Drei entspannende, aber auch informative Tage mit viel Erfahrungsaustausch und chilligen Momenten verbrachten rund 20 junge MS-Betroffene im Juli am Bodensee. Die DMSG Hessen und der baden-württembergische Landesverband AMSEL hatten erneut ins U30-Camp ins Naturfreundehaus Markelfingen unweit von Radolfzell und direkt am Seeufer gelegen eingeladen. Kompentent begleitet wurde das U30-Camp von Sonja Waschilowski, Sozialberaterin in der MS-Beratungsstelle Kassel. Über das Camp, ihre Erlebnisse und ihre Erfahrungen hat Teilnehmerin „Biene“ aus der Nähe von Stuttgart einen Bericht geschrieben.

Hallo mein Name ist Biene,

ich bin 27 Jahre alt und war das zweite Mal bei dem U30 MS-Camp im Naturfreundehaus Markelfingen am Bodensee dabei. Nach dem Ankommen setzten wir uns zusammen, um erstmal das Organisatorische zu besprechen und eine kurze Vorstellungsrunde zu machen. Anschließend teilten wir uns relativ schnell auf, um die Gruppenstudios mit Blick auf den See zu beziehen. Nach einer kleinen Verschnaufpause trafen wir uns alle wieder im Gruppenraum, um uns besser kennenzulernen. Dafür wurden uns Aufgaben gestellt. Es ging beispielsweise darum wie lange es her ist, dass bei jedem von uns die MS diagnostiziert wurde, welche Medikamente man nimmt, ob wir arbeiten, studieren oder noch in Ausbildung sind. Beim Abendessen gab es schon sehr viele Gespräche, natürlich im Vordergrund erstmal die MS, aber auch über viele andere Themen wurde sich unterhalten. Nach dem Essen saßen wir alle im Kreis zusammen an einem Schmelzfeuer. Bei einem Willkommenscocktail und Knabbereien unterhielten wir uns lange und lachten viel.

Am nächsten Tag ging es darum, welche Themen wir auf dem Herzen haben. Wir trugen viele unterschiedliche Themen zusammen: Wie man im Alltag mit der MS umgehen soll, wie es mit der Ernährung aussieht und noch einige mehr. Anschließend setzten wir uns in der Gruppe zusammen, um die Themen zu besprechen. Es war interessant zu erfahren und zu hören, wie die Anderen mit der Erkrankung umgehen, was sie besprechen wollten beziehungsweise welche Fragen sie hatten.

Als wir damit fertig waren, hatten wir Freizeit. Chillen am See war angesagt. Außerdem probierten sehr viele das Stand-up-paddeln aus. Echt eine Erfahrung wert. Wir können nur empfehlen, es auszuprobieren! Andere sonnten sich, gingen schwimmen oder spielten Volleyball („Ich war immer nur am baggern“ – mein Spruch des Tages, da ich durch das ständige Baggern einen blauen Fleck am Unterarm bekam)

Abends ging es dann los zur Halbinsel Mettnau, um mit dem Solarschiff „Helio“ zu fahren. Nachdem uns das Schiff schließlich gefunden hatte, das wartete nämlich zunächst am falschen Anleger, fuhren  wir in langsamem Tempo über den See mit einem schönen Sonnenuntergang, vielen weiteren Gesprächen und sehr vielen Lachern. Es gab auch etwas Aufregung, als es ein kleines technisches Problem gab und wir ein paar Minuten lang nicht weiterfahren konnten. Der Kapitän konnte das Problem aber schnell lösen. Nach einem Applaus von uns, konnten wir wieder gen Anlegehafen fahren. Dort angekommen, konnten wir in der Ferne sogar ein kleines Feuerwerk sehen, perfektes Timing also! Später saßen wir wieder am Lagerfeuer, lachten noch über die Erlebnisse am Tag und gingen doch schon bald ins Bett.

Am Samstag brach dann leider auch schon der letzte Tag und die letzten Stunden an. Nachdem wir alle gepackt hatten, trafen wir uns zum letzten Mal im Gruppenraum. Wir erzählten, wie auch am Tag vorher, wie wir uns heute fühlen und was wir vom Tag erwarten. Anschließend besuchten uns die Experten der Schmieder-Klinik Konstanz, um sich unseren Fachfragen zu stellen. Aus den Fachbereichen Neurologie und Psychologie beantworteten uns Dr. Gütler und Dr. Watolla die vielen noch offenen Fragen, die wir untereinander nicht beantworten konnten. Letzter Programmpunkt war schließlich die Abschlussrunde. Bei einem Eis saßen wir noch einmal zusammen und erzählten, wie uns das Camp gefallen hat und was wir mit nach Hause nehmen.

Mein Fazit ist: Wenn ihr da vor dem PC die Chance habt, Euch bei diesem Camp anzumelden, macht es. Ihr lernt viele neue Menschen kennen, und der Erfahrungsaustausch war wieder einmal überwältigend. Biene