300 Freiwillige, die sich Jahr für Jahr treffen, um Unmengen Kleidung, Haushaltswaren, Spielsachen entgegenzunehmen, in rund 2000 Umzugskartons zu verpacken, wieder auszupacken und an zwei Tagen im Dominikanerkloster für einen kleinen Preis und allem voran für den guten Zweck zu verkaufen – ohne sie wäre eine Veranstaltung wie der PfennigBazar nicht möglich. Jetzt hatte Oberbürgermeister Peter Feldmann die Organisatoren und Helfer der Wohltätigkeitsveranstaltung zu einem großen Dankeschön-Empfang in den Kaisersaal eingeladen.

„Heute ist ein besonderer Tag mit besonderen Gästen“, sagte Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann in seiner Begrüßung zu Beginn des Empfangs im Römer. „Heute empfängt Frankfurt Sie, um Danke zu sagen für Ihr bürgerschaftliches Engagement. Frankfurt ist nicht nur Wirtschaftsmetropole. Es ist auch eine Metropole der Hilfsbereitschaft. Und das haben wir auch den Menschen hinter dem PfennigBazar zu verdanken – Ihnen!“ Eine Anerkennung, über die sich die gut 220 ehrenamtlichen Helfer freuten, die der Einladung der Stadt zu dem Danke-Empfang im altehrwürdigen Kaisersaal gefolgt waren.

Zusammengehörigkeit, Geborgenheit, Wertschätzung, Ideenreichtum – das alles mache das Frankfurter Bürgerengagement aus. „Frankfurt ist die Hauptstadt der Solidarität, der Nächstenliebe, des Zusammenhalts. Was Sie tun ist sehr frankfurterisch“, betonte das Stadtoberhaupt der Mainmetropole und richtete im Namen der Stadtverordneten und des Magistrats deren Dank aus. „Der PfennigBazar startete seine Erfolgsgeschichte schon vor 15 Jahren. Zu sehen, wie Hunderte aus Frankfurt und dem Umland zu den Spendenterminen kommen und wie lang die Schlangen sind, die sich dann an den Verkaufstagen vor dem Dominikanerkloster bilden – das ist jedes Mal von Neuem beeindruckend. Mit dem Verkauf von Dingen, die die einen nicht mehr brauchen, machen sie anderen eine Freude und haben seit 2004 einen Gesamtumsatz von 1,2 Millionen Euro für die Unterstützung von Multiple-Sklerose-Kranken erzielt. Das ist ein großartiges Ergebnis, für das Ihnen großer Dank gebührt“, sagte Feldmann.

„Der Umsatz von über einer Million Euro ist ein tolles Ergebnis, über das wir uns sehr freuen. Es zeigt auch, den sozialen Aspekt, den der PfennigBazar in einer wohlhabenden Stadt wie Frankfurt erfüllt“, unterstrich Susie von Verschuer-Bär und ergänzte: „Der PfennigBazar ist nicht nur für MS-Betroffene, sondern auch für Bedürftige wichtig, die sich hier für kleines Geld etwas Neues leisten können.“ Die Geschäftsführerin der traditionsreichen Frankfurter Spedition Fermont, die sich seit Jahren in der DMSG Hessen engagiert, hatte zusammen mit ihrer Mutter Sigrid Bär sowie mit Renate von Metzler, Ehrenvorsitzende DMSG Hessen, Ingrid Pajunk Frankfurter PR-Dame und Moderatorin, der verstorbenen Alexandra Prinzessin von Hannover, damals Vorstand Hospizverein St. Katharina, und Ideengeberin Gerhild Börsig 2004 den PfennigBazar aus der Taufe gehoben und ist seither mit ihrer Spedition das organisatorische und logistische Rückgrat des Wohltätigkeitsbasars.  Bei der Premiere des PfennigBazars hatte niemand vom Organisationsteam vermutet, wie erfolgreich sich der Wohltätigkeitsbasar entwickeln wird. „Wir danken allen, die an dem Erfolg beteiligt sind, damit unser Motto ‚Für kleines Geld einkleiden, im großen Stil helfen‘ Realität wird. Und wir danken vor allem den mehr als 300 ehrenamtlichen Helfern, die bei den Sammelterminen, beim Aufbau und Verkauf tatkräftig und motiviert im Einsatz sind, all den Kunden, von denen viele von Anfang an dem PfennigBazar treu die Stange halten“, betonte Susie von Verschuer-Bär.

Der PfennigBazar ist mittlerweile ein gesetzter Termin für viele Frankfurter und Bürger aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet. Die einen geben abgelegte Kleidung her, nicht mehr benötigtes Geschirr oder Spielzeug, aus dem die Kinder längst heraus gewachsen sind. Die anderen nehmen die Spenden an, sortieren oder verkaufen sie. Wieder andere kommen, um gemäß des Mottos des PfennigBazars für „kleines Geld einzukaufen und im großen Stil zu helfen“. Einige machen auch alles – spenden, helfen, kaufen.  Der Reinerlös kommt zum überwiegenden Teil der DMSG Hessen zugute und ist ein wichtiges Standbein zur Finanzierung der Selbsthilfe- und Beratungsarbeit für MS-Betroffene in Frankfurt und Hessen.

„An sich müssten hier vorne eigentlich die 10.000 MS-Betroffenen stehen, denen Sie geholfen haben“, sagte die Vorsitzende der DMSG Hessen, Dagmar Spill, in ihrem Grußwort an die Adresse der Freiwilligen gewandt: „Wir wären ohne den PfennigBazar um einiges ärmer“, unterstrich die Vorsitzende und dankte dem Oberbürgermeister für seine Gastfreundschaft.

Dieses Jahr öffnet der  PfennigBazar am 3. und 4. September im Dominikanerkloster (Kurt-Schumacher-Straße 23) jeweils von 10 bis 18.45 Uhr seine Pforten. Die Sammeltermine bei der Spedition Fermont, Rödelheimer Landstraße 11, finden am 30. April, 14. Mai,  28. Mai, 11. Juni, 25. Juni, 9. und 23. Juli statt.  Quelle: Anja Prechel, Stadt Frankfurt a.M. / DMSG Hessen