Wie halten MS-Selbsthilfegruppen und -Treffs während der Beschränkungen der Corona-Pandemie den Kontakt? Wie tauschen sich MS-Betroffenen in dieser Zeit aus? Wie können sich die Mitglieder trotz der Einschränkungen gegenseitig stützen? Um Antworten auf diese Fragen zu bekommen, möchten wir MS-Gruppen und -treffs ermuntern, uns ihre Erfahrungen und Erlebnisse zu schreiben, damit wir sie online auf unserer Homepage veröffentlichen. Hier folgt der Bericht von Barbara Heilmann vom MS-Treff Nidderau.

Der MS-Treff Nidderau ist eine Selbsthilfegruppe von zirka 20 Personen die alle an Multipler Sklerose erkrankt sind. Am letzten Dienstag im Monat treffen wir uns von 16 Uhr bis 18 Uhr im Nidderauer Rathaus. Wir machen gemeinsam verschiedene  Aktivitäten z. B. Feldenkrais, Sitzgymnastik, Qigong, Trommeln, kreatives Gestalten, Vorträge usw. und haben im Anschluss daran, bei Kaffee und Kuchen, die Möglichkeit zum persönlichen Erfahrungsaustausch.

Am Faschingsdienstag 2020 war unser letztes Treffen, dann kam Corona, der Lockdown und Kontaktsperre außerhalb der Familie.

„Ups, was nun?“, dachte Barbara Heilmann die Gruppenleiterin: „Wie können wir in der Gruppe trotz Kontaktsperre in Verbindung bleiben?“

WhatApp, Email, Telefongespräche und mal ein kleiner Brief in Corona-Zeiten: Das waren die Lösungen. Besuche mit dem nötigen Abstand, immer im Hinterkopf, wir sind alle Menschen der  Risikogruppe. Die Gesundheit ist das Wichtigste und hat oberste Priorität.

Betroffenenberatung war nur telefonisch oder mit Mundschutz vor Ort möglich.

Corona-Zeiten  erfordern, andere Wege einzuschlagen. Gut, dass es all diese Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme gibt. Wir sind in Kontakt geblieben und die Informationen kamen an.

Das Wichtigste aber, was gerade in der Selbsthilfe-Arbeit  fehlte, war der persönliche Kontakt vor Ort. Eine Umarmung, ein Lächeln, das Gespräch miteinander, gemeinsam Lachen .

Wir als MS Treff Nidderau hoffen und wünschen das ein Treffen im Juli oder August wieder möglich sein wird. Hoffentlich „IN ECHT“ mit allem, was dazu gehört.

Die Corona-Zeit hat uns ganz deutlich gezeigt, wie wichtig es ist, soziale Kontakte zu haben und zu pflegen. Der persönliche Kontakt lässt sich durch kein anderes Medium ersetzen.

Wir waren in unseren Aktivitäten sehr eingeschränkt. Die Natur im näheren Umfeld, die Familie und Freunde, mit denen man telefonieren kann, waren unsere Kraftorte. Man hat in der Krise gemerkt, was wirklich wichtig ist.

Wir hoffen, dass Corona unseren Alltag bald nicht mehr bestimmt, wir in unserer Lebensweise etwas bescheidener werden und unsere Kontakte wieder pflegen können. Barbara Heilmann

MS-Treff Nidderau: jeden letzten Dienstag im Monat von 16 Uhr bis 18 Uhr im Pausenraum des Nidderauer Rathaus.

Betroffenenberatung an jedem letzten Donnerstag im Monat von 10 Uhr -12 Uhr im Familienzentrum der Stadt Nidderau  oder nach telefonischer Vereinbarung .

Ansprechpartnerin: Barbara Heilmann  06187/1790.