Der langjährige Leiter der MS-Selbsthilfegruppe Marburg-Biedenkopf, Bernd Gökeler, ist mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Der Gruppenleiter und Erste Vorsitzende des Netzwerkes für Teilhabe und Beratung erhielt kürzlich aus den Händen des Bundesministers für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil, das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland als Zeichen der Anerkennung für seine Verdienste verliehen. Ein beispielgebendes Engagement, das auch der Landesverband Hessen in der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) anlässlich seiner Mitgliederversammlung würdigte.  

Frankfurt am Main / Marburg, 05. November 2019. Für ihr herausragendes soziales Engagement im Kampf gegen soziale Ausgrenzung hat der Bundesminister für Arbeit und Soziales Hubertus Heil kürzlich zwölf Bürger geehrt und ihnen das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen – unter ihnen auch Bernd Gökeler aus Ebsdorfergrund, langjähriger Leiter der MS-Selbsthilfegruppe Marburg-Biedenkopf und Erster Vorsitzender des von ihm mitgegründeten Netzwerks für Teilhabe und Beratung. „Allen sozial engagierten Menschen in Deutschland gilt mein ausdrücklicher Dank und Respekt. Ich wünsche ihnen weiterhin viel Kraft und Freude an ihrer Tätigkeit“, betonte Bundesminister Hubertus Heil.

Anlässlich ihrer Mitgliederversammlung in Frankfurt würdigte auch die DMSG Hessen das uneigennützige Engagement des Leiters der Marburger MS-Selbsthilfegruppe, um Menschen mit Behinderung uneingeschränkte Teilhabe zu ermöglichen. Seinem hartnäckigen Einsatz ist unter anderem die Gründung des Netzwerkes für Teilhabe und Beratung und damit der Marburger EUTB-Beratungsstelle (Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung) zu verdanken, betonte die Vorsitzende der DMSG Hessen, Dagmar Spill, in ihrer Würdigung der Verdienste von Bernd Gökeler. Unablässig setzt er sich für die Interessen und Rechte von Menschen mit Behinderung ein. „Stillstand ist etwas, was für Sie nicht in Frage kommt. Daher sind wir  sehr stolz auf Sie und darauf, wie Sie sich für die Menschen einbringen“, sagte die Vorsitzende.

Seine anschließende kurze Rede verband Bernd Gökeler mit einem Aufruf: „Jeder Mensch hat Rechte, ob mit oder ohne Behinderung. Daher ist das Teilhabegesetz ein wichtiger Schritt. Aber es muss noch mehr getan werden. Daher appelliere ich an die DMSG Hessen und alle anderen MS-Landesverbände, sich noch mehr einzumischen, um die Lebenssituation von Menschen mit MS zu verbessern und ihnen zu ihren Rechten zu verhelfen.“

Über Bernd Gökeler:

Bernd Gökeler engagiert sich seit 2001 aktiv in der Leitung der Multiple Sklerose Selbsthilfegruppe Marburg-Biedenkopf  (MS SHG) und ist seit 2011 Gruppenleiter. Er ist selbst an MS erkrankt und seit Mitte der 90-er Jahre berufsunfähig. Trotz seiner Erkrankung und der erheblichen körperlichen Einschränkungen engagiert er sich seit 20 Jahren für die Belange von chronisch kranken, benachteiligten und behinderten Menschen. Wesentlich beschäftigen ihn die Themen Armut und Ausgrenzung. Er ist einer von vier Autoren des regionalen Armutsberichts „Unfassbar – Armut unter uns“. Die MS SHG setzt sich für die aktive Teilhabe von schwerbehinderten Menschen, Barrierefreiheit und den Erwerb finanzieller Hilfen ein. Außerdem leistet sie Aufklärungs- und Beratungsarbeit. Gökeler war es von Anfang an wichtig, das Motto der Selbsthilfegruppe „Zusammen ist man weniger allein (gelassen)“ zu leben und die Vernetzung zu fördern. Dabei hilft ihm seine Ausbildung zum Betroffenenberater, ein Projekt der DMSG Hessen. Seit 16 Jahren organisiert er Gruppenfreizeiten, an denen auch Schwerstbetroffene mit großem Hilfe- und Pflegebedarf teilnehmen können, sowie Motologie-Kurse mit der Universität Marburg. Die MS SHG ist unter seiner Leitung beim Welt-MS-Tag aktiv und Mitbegründerin des Aktionstages zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit und ohne Behinderungen. Bernd Gökeler ist in Marburg Mitinitiator des runden Tisches „Bezahlbarer Wohnraum“ und des alternativen runden Tisches „Wem gehört die Stadt“. Als langjährig aktiver Delegierter des Landesverbandes DMSG Hessen setzte er sich für mehr Transparenz, Kommunikation und Orientierung an den Bedürfnissen der Schwächsten ein. Für den Landesverband organisiert er Benefizläufe für Schüler, um nahe zu bringen, was ein Leben mit chronischer Erkrankung und Behinderung bedeutet, und um Berührungsängste abzubauen. Seit Oktober 2017 ist Bernd Gökeler einer der Sprecher der Kreisgruppe Marburg-Biedenkopf des Paritätischen Hessen e.V.. Als Patientenvertreter ist er in verschiedenen Ausschüssen aktiv. Zudem ist Gökeler Mitinitiator und Vorsitzender des 2018 gegründeten Vereins Netzwerk für Teilhabe und Beratung für die Ergänzende unabhängige Beratung von und für Menschen mit Behinderungen.

Die DMSG Hessen:

Die DMSG, Landesverband Hessen e.V., ist eine Selbsthilfeorganisation und Interessenvertretung für MS-Kranke in Hessen, wurde 1980 gegründet und hat in Frankfurt ihren Sitz. 18 haupt- und über 500 ehrenamtliche Mitarbeiter arbeiten hier für zirka 10.000 Betroffene in Hessen. Der Landesverband Hessen ist einer von 16 Landesverbänden, die der Bundesverband mit Sitz in Hannover umfasst. Ziel der Selbsthilfeorganisation ist vornehmlich die umfassende und individuelle Beratung MS-Betroffener und ihrer Angehörigen in psychosozialen, medizinischen, beruflichen und sozialrechtlichen Fragen. Weitere Anliegen der DMSG Hessen sind, bei der Organisation und Beantragung von pflegerischen Leistungen und Rehabilitation zu beraten sowie MS-Betroffene und ihre Angehörigen in allen Aspekten ihres sozialen Lebens zu begleiten und im Beratungstermin persönliche Anliegen zu besprechen.

Was ist Multiple Sklerose?

Die Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems (Gehirn und Rückenmark), die zu Störungen der Bewegungen, der Sinnesempfindungen und anderen weitgehenden Beeinträchtigungen führen kann. In Deutschland leiden rund 240.000 Menschen an MS, davon vermutlich mehr als 10.000 in Hessen. Trotz intensiver Forschungen ist die Ursache der Krankheit nicht bekannt. Sie ist nicht ansteckend. Welche andere Faktoren zum Auftreten der MS beitragen, ist ungewiss. MS kann heute frühzeitig günstig beeinflusst werden. Die Anzahl der Neuerkrankungen gerade bei jungen Menschen nimmt stetig zu.

www.dmsg-hessen.de

Das Spendenkonto der DMSG Hessen: Bank für Sozialwirtschaft, IBAN: DE74 550  205 000 007 605 200, BIC: BFSWDE33MNZ

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