Der langjährige Leiter der MS-Untergruppe Werra-Meißner in der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) Landesverband Hessen, Norbert Gittel, ist für sein jahrzehntelanges Engagement für die Interessen und Belange von MS-Betroffenen mit der Goldenen Ehrennadel des DMSG-Bundesverbandes ausgezeichnet worden. Der Schirmherr der DMSG, Bundespräsident a.D. Christian Wulff, überreichte Norbert Gittel die Ehrung anlässlich eines Festaktes für ehrenamtlich Engagierte in den Reihen der MS-Selbsthilfeorganisation in Berlin.

Frankfurt am Main / Eschwege, 09. Dezember 2019. Einmal im Jahr ehrt der DMSG-Bundesverband seine Ehrenamtlichen: Freiwillige Hilfe ist eine der wichtigsten Stützen der Arbeit der DMSG im Bundesverband, aber auch in den 16 Landesverbänden. Sie wird geleistet in Vorständen und Gremien aber auch von Betroffenen für Betroffene oder in der Familie, wenn ein Angehöriger Pflege benötigt. Beim diesjährigen Festakt in Berlin war unter den Geehrten auch Norbert Gittel, Leiter der MS-Untergruppe Werra-Meißner. Aus den Händen von DMSG-Schirmherr, Bundespräsident a. D. Christian Wulff, erhielt der 65-Jährige die Goldene Ehrennadel des Bundesverbandes für sein herausragendes soziales Engagement für MS-Betroffene. „Sie sind seit mehr als 30 Jahren Schatzmeister und unermüdlicher Spendensammler in der DMSG Untergruppe Werra-Meißner“, sagte Schirmherr Wulff in seiner Laudatio: „Ihr ehrenamtlicher Einsatz ist auch eine Entlastung für den Landesverband Hessen. Sie fahren zu Hausbesuchen, geben konkrete Alltagshilfen, organisieren den ehrenamtlichen Fahrdienst und pflegen verbindliche Kontakte zu Spendern, Stiftungen und Sponsoren. All das managen Sie in Ihrem häuslichen Büro.“

Seit 1987 ist Norbert Gittel, dessen Vater an Multiple Sklerose erkrankt war, in der Untergruppe Werra-Meißner engagiert. Über seinen damaligen Chef bei der Sparkasse Eschwege erfuhr er, dass die DMSG im Werra-Meißner-Kreis händeringend einen neuen Schatzmeister suche. Norbert Gittel sagte zu und ist nunmehr seit 32 Jahren zunächst als Schatzmeister und nach dem Tod der ausgesprochen engagierten ehrenamtlichen Zweigstellenleiterin Ilse Kalden 2012 zudem gewählter Vorsitzender der MS-Untergruppe.

Ohne viel Aufheben setzt sich Norbert Gittel für die Interessen und die Versorgung von MS-Kranken in dem nordhessischen Landkreis ein. Für ihn ist es eine Selbstverständlichkeit, Zeit abzugeben, um für andere da zu sein, die auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind. Der 65-Jährige berät und besucht MS-Betroffene, erledigt die Verwaltung, organisiert die Mitgliedertreffen, verschickt Broschüren und Spendenbriefe, koordiniert die Zusammenarbeit mit dem Landesverband und vieles mehr. Zudem organisiert er Infovorträge mit zuletzt rund 90 Teilnehmern und kompetenten Referenten. Geprägt ist Gittels Engagement durch viel Zuwendung und Kontaktpflege: So verschickt er persönliche Geburtstagsschreiben an alle Mitglieder. Auch seine Spendenakquise ist von verbindlichen persönlichen Kontakten geprägt. Norbert Gittel ist ein ausgezeichneter Netzwerker, motiviert durch sein Anliegen, auf die oft genug schwierige Lebenssituation MS-Betroffener hinzuweisen und Unterstützung für sie zu bekommen.  Außerdem ist er ein emsiger Öffentlichkeitsarbeiter, verfasst Pressemitteilungen und managt die einmal jährlich erscheinende Zeitschrift „Werra-Meise“. Dafür schreibt er nicht nur, sondern organisiert den Versand – und das alles von seinem „Privatbüro“ von zu Hause aus. Zudem trifft sich die örtliche MS-Gruppe an unterschiedlichen Orten im Rhythmus von zirka drei Monaten. Gut 30 MS-Betroffene nehmen an den Treffen teil. Entsprechend aufwendig ist hierfür die Organisation, die Norbert Gittel ebenso übernimmt. Zu klären sind Punkte wie geeignete barrierefreie Räume finden und die Verpflegung, um die sich oft beispielsweise die örtlichen Landfrauen kümmern.

Von großer Bedeutung ist insbesondere der ehrenamtlich von vier Fahrern organisierte Fahrdienst für MS-Kranke in dem ländlichen Gebiet, den die Untergruppe finanziert und für den das Fahrzeug gespendet wurde. Zudem gibt es konkrete Alltagshilfen für MS-Betroffene. Auch macht Norbert Gittel Hausbesuche, um MS-Betroffene zu informieren und zu beraten. Sein ehrenamtlicher Einsatz trägt dazu bei, die DMSG Hessen zu entlasten. „Wir sind ausgesprochen dankbar für die sehr gute Kooperation zwischen unserer Fuldaer Beratungsstelle und der ehrenamtlichen Zweigstelle im Werra-Meißner-Kreis. Norbert Gittels mehr als 30-jähriges unermüdliches Engagement ist für uns und für die MS-Betroffenen unersetzlich“, würdigt auch Monika Dettke, Leiterin Soziale Dienste bei der DMSG Hessen, die Auszeichnung Norbert Gittels  durch den DMSG-Bundesverband mit der Goldenen Ehrennadel.

Die DMSG Hessen:

Die DMSG, Landesverband Hessen e.V., ist eine Selbsthilfeorganisation und Interessenvertretung für MS-Kranke in Hessen, wurde 1980 gegründet und hat in Frankfurt ihren Sitz. 18 haupt- und über 500 ehrenamtliche Mitarbeiter arbeiten hier für zirka 10.000 Betroffene in Hessen. Der Landesverband Hessen ist einer von 16 Landesverbänden, die der Bundesverband mit Sitz in Hannover umfasst. Ziel der Selbsthilfeorganisation ist vornehmlich die umfassende und individuelle Beratung MS-Betroffener und ihrer Angehörigen in psychosozialen, medizinischen, beruflichen und sozialrechtlichen Fragen. Weitere Anliegen der DMSG Hessen sind, bei der Organisation und Beantragung von pflegerischen Leistungen und Rehabilitation zu beraten sowie MS-Betroffene und ihre Angehörigen in allen Aspekten ihres sozialen Lebens zu begleiten und im Beratungstermin persönliche Anliegen zu besprechen.

Was ist Multiple Sklerose?

Die Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems (Gehirn und Rückenmark), die zu Störungen der Bewegungen, der Sinnesempfindungen und anderen weitgehenden Beeinträchtigungen führen kann. In Deutschland leiden rund 240.000 Menschen an MS, davon vermutlich mehr als 10.000 in Hessen. Trotz intensiver Forschungen ist die Ursache der Krankheit nicht bekannt. Sie ist nicht ansteckend. Welche andere Faktoren zum Auftreten der MS beitragen, ist ungewiss. MS kann heute frühzeitig günstig beeinflusst werden. Die Anzahl der Neuerkrankungen gerade bei jungen Menschen nimmt stetig zu.

 www.dmsg-hessen.de

Das Spendenkonto der DMSG Hessen: Bank für Sozialwirtschaft, IBAN: DE74 550  205 000 007 605 200, BIC: BFSWDE33MNZ

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