Ein rundes Jubiläum kann der traditionsreiche Frankfurter Ostermarkt begehen: Zum 35. Mal findet der Kunsthandwerksmarkt am Wochenende Samstag, 9., und Sonntag, 10. März, von 11 bis 18 Uhr im Frankfurter Dominikanerkloster statt. Reichlich verzierte Ostereier, österliche Deko-Artikel aber auch süße Verführungen von Konditorweltmeister Bernd Siefert warten dann auf Abnehmer. Organisatorin Ingrid Bauer freut sich, dass es seit der Premiere 1984 gelungen ist, den Ostermarkt  frei von Kommerz durchzuführen und mit dem Reinerlös aus Standgebühren und Eintritt eine gute Sache zu unterstützen. Seit mehr als 25 Jahren geht dieser an die DMSG Hessen und örtliche MS-Gruppen, die seither den Kassendienst beim zweitägigen Ostermarkt übernehmen.

Der Winter hat das Land zwar noch im Griff. Doch schon bald werden erste Schneeglöckchen keck ihre Blüten in die Höhe strecken. Um Frühlingsgefühle zu wecken, eignet sich insbesondere ein Besuch des traditionsreichen Frankfurter Ostermarkts, der am Samstag, 9., und Sonntag, 10. März, im Dominikanerkloster (Kurt-Schumacher-Straße 23) seine Pforten öffnet. Liebhaber von handwerklich aufwendig bearbeiteten Ostereiern und originellen frühlingshaften Deko-Artikeln können sich an rund 60 Ständen auf eine vielfältige Auswahl freuen.

Zu erstehen gibt es reichlich verzierte Eier in verschiedensten Variationen. „Auch zwei neue Eier-Maler zeigen ihre Arbeiten, die zum einen mit Kupferdraht umwickelt und zum anderen wie Fabergé-Eier mit Perlen verziert sind“, erklärt Koordinatorin Ingrid Bauer. Zudem gibt es ein reichhaltiges Angebot an Kunsthandwerk wie Aquarell- und Porzellanmalerei, Papiercollagen, Floristik, Keramik, österliche Gestecke, Patchwork, Stickereien oder thüringische Glaskunst. Manchem Kunsthandwerker können Besucher bei der Arbeit zuschauen. Etwa Konditorweltmeister Bernd Siefert aus Michelstadt im Odenwald, der seit fünf Jahren beim Oster- und Herbstmarkt mit süßen Verführungen lockt.

1984 hatte die engagierte Frankfurt-Westend-Bewohnerin und SPD-Politikerin Odina Bott mit Renate Seiffermann den Ostermarkt ins Leben gerufen, um mit dem Erlös die Erhaltung alter Kirchen zu unterstützen. Zunächst fand er im „Bürgertreff Pferdestall“ im Westend statt, seit 1986 im Dominikanerkloster. „Nur einmal ist der Ostermarkt wegen Renovierungsarbeiten ausgefallen. Daher findet er in diesem Jahr auch zum 35. Mal statt“, erzählt Bauer. Nach dem Umzug ihrer Familie von Solingen nach Frankfurt stieß Ingrid Bauer zur Frankfurter Gruppe des Deutschen Hausfrauenbunds.

Mitglieder des Hausfrauenbundes halfen Renate Seiffermann beim Aufbau des Ostermarkts. Nachdem sich Renate Seiffermann aus der Koordination zurückgezogen hatte, übernahm 1994 Monika Oldenburg mit Hilfe von Ingrid Bauer die Organisation. „Seit Bestehen des Ostermarkts war es ein zentrales Anliegen, dass dieser frei von Kommerz sein muss und der Reinerlös für eine gute Sache ist, zum Beispiel für alte Kirchen oder zur Unterstützung von Klinik-Clowns. Das ist uns in all den Jahren gelungen“, freut sich Ingrid Bauer. Seit gut 25 Jahren geht der Reinerlös aus Eintrittsgeld und Standgebühren an die DMSG Hessen und örtliche MS-Selbsthilfegruppen.

„Zu Beginn hatten Angehörige und Freunde den Kassendienst übernommen. Aus Zeitgründen ging das aber nicht mehr. Über Bekannte haben wir den Kontakt zur DMSG Hessen hergestellt. Seither übernehmen örtliche Gruppen den Kassendienst, und seitdem geht der Reinerlös an MS-Kranke in Frankfurt und Hessen. Eine Hilfe, die uns sehr am Herzen liegt“, betont Ingrid Bauer, die seit dem Rückzug von Monika Oldenburg 2011 mit Käte Westphal den Oster- und Herbstmarkt federführend auf die Beine stellt.

35 Jahre Frankfurter Ostermarkt: Bernd Crusius, Geschäftsführer der DMSG Hessen, zeigt sich beeindruckt, wie lange dieser traditionsreiche Kunsthandwerksmarkt dank des selbstlosen Einsatzes ehrenamtlich Engagierter schon besteht: „Die Helfer setzen damit ein Zeichen für bürgerschaftliches Engagement, für ein Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung, und sie tragen dazu bei, auf die Situation MS-Betroffener hinzuweisen und über diese neurologische Erkrankung aufzuklären. Dafür gebührt ihnen unsere größte Anerkennung.“ So stellt die DMSG Hessen während des Ostermarkts am Infostand ihr engmaschiges Beratungsnetz und das abwechslungsreiche Programm vor und informiert über Multiple Sklerose.

35. Frankfurter Ostermarkt am Samstag, 9., und Sonntag, 10. März, im Dominikanerkloster (Kurt-Schumacher-Straße 23, 60311 Frankfurt am Main). Öffnungszeiten: am Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt beträgt zwei Euro für Erwachsene, Kinder bis zwölf Jahre sind frei. Die Cafeteria ist in der Zeit geöffnet.

www.ostermarkt-frankfurt.de