Für das Projekt „Grenzenlos vernetzte Sozialarbeit“ haben sich die Landesverbände Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen zusammengetan. Vertreter aus den drei Landesverbänden sowie von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, die das Projekt im Rahmen des Programms „mitMiSsion“ fördert, haben sich zum Auftakt jetzt im August zu einer gelungenen und informativen Tagung in der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt getroffen. 

Die Diagnose der unheilbaren Krankheit Multiple Sklerose trifft viele Erkrankte wie ein Schlag. Fragen, wie das Leben mit MS weitergehen soll, stellen sich für viele Betroffene im Anschluss an einen Krankenhaus- oder Rehaklinikaufenthalt. Und insbesondere der stationäre Sozialdienst kann hier nach wie vor eine wichtige Versorgungslücke schließen, indem an eine etablierte Institution wie die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) und ganz konkret an Ansprechpartner in den Landesverbänden und vor Ort verwiesen wird.

Und da es aus ihrem beruflichen Selbstverständnis heraus gerade sozialdienstlichen Mitarbeitern in Kliniken trotz allem Zeitdruck wichtig ist, den Patienten dauerhaft tragfähige Unterstützungsmöglichkeiten an die Hand zu geben, ist es wichtig, die Zusammenarbeit zwischen DMSG und Krankenhaussozialdiensten systematisch auszubauen und darüber zu informieren, welche Angebote die DMSG aktuell neben der klassischen Beratungs- und Gruppenarbeit vorhält.

Genau dieses Ziel verfolgt das Projekt „Grenzenlos vernetzte Sozialarbeit“, das die DMSG-Landesverbände Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen dank der Unterstützung der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung ins Leben rufen konnte.

„Bei einer chronischen Erkrankung wie der Multiplen Sklerose ist eine ganzheitliche Betreuung der Menschen wichtig, aber nicht immer Realität. Mit dem Projekt ‚Grenzenlos vernetzte Sozialarbeit´, welches die Hertie-Stiftung im Rahmen des Programms mitMiSsion fördert, gelingt hier ein ganz bedeutender Schritt. Wir freuen uns sehr, dass die Chance genutzt wurde und aus einer guten Idee ein beispielgebendes Projekt entstanden ist”, erklärt Dr. Eva Koch, Leiterin Multiple-Sklerose-Projekte der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung.

Die Fachtagung am 7. August in Erfurt bot neben einer inhaltlichen Vertiefung zu medizinischen und sozialrechtlichen Aspekten rund um MS Raum und Zeit, um Möglichkeiten zusammenzutragen, wie durch eine enge Kooperation zwischen den Kliniksozialdiensten und der DMSG eine ganzheitliche Betreuung MS-Erkrankter noch besser erreicht werden kann. Dr. med. Gerald Lehrieder referierte zum Thema „Sozialmedizinische Aspekte der Multiple Sklerose“, Marianne Moldenhauer informierte über die Bedeutung einer bedarfsgerechten Heil- und Hilfsmittelversorgung für MS-Erkrankte, während Renate Wida-Vogel, Landesgeschäftsführerin der DMSG in Thüringen, zum Thema „Selbstbestimmt leben mit MS“ aufklärte. „Gemeinsam sind wir in der Lage, Menschen mit MS die Teilhabe am sozialen Leben nachhaltig zu erleichtern“, führte Projektleiterin Beatrice Michalsen sehr passend zur Veranstaltung aus. Quelle: Manuel Grimbach, Pressemitteilung des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen