In Hessen stößt das neu entwickelte Angebot „Funktionstraining bei MS“ auf großen Zuspruch. Im Februar ist in Eltville-Erbach eine neue Trainingsgruppe gestartet, die noch freie Kapazitäten hat. Für das neue Angebot auf Rezept, das der Hausarzt oder Neurologe verschreiben kann, können sich MS-Betroffene anmelden. Die promovierte Sportwissenschaftlerin Stephanie Woschek hat mit der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) Landesverband Hessen das neue „Funktionstraining bei MS“ entwickelt, das von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung gefördert wird.

Frankfurt am Main, 17. Februar 2020. Zahlreiche Studienergebnisse aus Forschungs- und Förderprojekten belegen, dass Menschen mit einer neurodegenerativen Erkrankung wie Multiple Sklerose sehr von Sport und körperlichem Training profitieren können. Daher hat die DMSG Hessen die Initiative ergriffen, um mit der Sportwissenschaftlerin Dr. Stephanie Woschek im Laufe des vergangenen Jahres ein Funktionstraining für MS-Betroffene zu entwickeln und aufzubauen, mit dem Ziel, es flächendeckend im Bundesland anzubieten. „Die Resonanz auf unser neues Funktionstraining seitens MS-Betroffener ist sensationell. Das zeigt den hohen Bedarf für ein sportliches, auf die Bedürfnisse von MS-Patienten zugeschnittenes Trainingsprogramm“, berichtet Projektleiterin Dr. Stephanie Woschek. Gefördert wird das Projekt von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung. Mittlerweile bestehen in Hessen rund ein Dutzend Trainingsgruppen und haben sich schon zahlreiche Physiotherapeuten sowie Sporttrainer für das „Funktionstraining bei MS“ ausbilden lassen. Bei steigender Tendenz.

Im Februar ist eine weitere Trainingsgruppe an den Start gegangen, für die sich Interessierte noch anmelden können: und zwar in Eltville-Erbach (Rheingau-Taunus-Kreis). Die Gruppe trainiert freitags um 9 Uhr bei der TGS Erbach 1888 (Bachhöller Weg 7, 65346 Eltville-Erbach). Trainerin ist Daniela Voth. Teilnehmer „können fortlaufend in die Trainingsgruppen einsteigen, auch in bestehende“, versichert die Projektleiterin. Neben MS-Patienten kann sich das Training auch für Betroffene anderer neurologischer Erkrankungen wie Morbus Parkinson eignen. Prinzipiell dient das Funktionstraining der Rehabilitation und Prävention. „Regelmäßiges sportliches Training schützt die Nerven, kurbelt Nervenwachstum an und wirkt präventiv vor zahlreichen Begleiterkrankungen wie Diabetes, Osteoporose, Herz-Kreislauferkrankungen“, erklärt Sportwissenschaftlerin Woschek. Auch sei das Training so modifizierbar, damit körperlich eingeschränktere MS-Betroffene, die Rollator oder Rollstuhl nutzen, teilnehmen können.

Wer sich für das Funktionstraining anmelden möchte sowie Fragen zu dem Angebot oder zu der ärztlichen Verordnung hat, kann sich an Dr. Stephanie Woschek von der hessischen MS-Selbsthilfeorganisation wenden, Email:  funktionstraining@dmsg-hessen.de. Informationen zu weiteren Trainingsgruppen in Hessen, sowohl bestehende als auch geplante, stehen online auf der  Homepage der DMSG Hessen: www.dmsg-hessen.de/funktionstraining-bei-ms/.

Die DMSG Hessen

Vor 40 Jahren, im Jahr 1980, wurde der Landesverband Hessen e.V. in der DMSG (Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft) gegründet. Die DMSG Hessen ist eine Selbsthilfeorganisation und Interessenvertretung für MS-Kranke in Hessen und hat in Frankfurt ihren Sitz. 18 haupt- und über 500 ehrenamtliche Mitarbeiter arbeiten hier für zirka 10.000 Betroffene in Hessen. Der Landesverband Hessen ist einer von 16 Landesverbänden, die der Bundesverband mit Sitz in Hannover umfasst. Ziel der Selbsthilfeorganisation ist vornehmlich die umfassende und individuelle Beratung MS-Betroffener und ihrer Angehörigen in psychosozialen, medizinischen, beruflichen und sozialrechtlichen Fragen. Weitere Anliegen der DMSG Hessen sind, bei der Organisation und Beantragung von pflegerischen Leistungen und Rehabilitation zu beraten sowie MS-Betroffene und ihre Angehörigen in allen Aspekten ihres sozialen Lebens zu begleiten und im Beratungstermin persönliche Anliegen zu besprechen.

Was ist Multiple Sklerose?

Die Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems (Gehirn und Rückenmark), die zu Störungen der Bewegungen, der Sinnesempfindungen und anderen weitgehenden Beeinträchtigungen führen kann. In Deutschland leiden rund 240.000 Menschen an MS, davon vermutlich mehr als 10.000 in Hessen. Trotz intensiver Forschungen ist die Ursache der Krankheit nicht bekannt. Sie ist nicht ansteckend. Welche andere Faktoren zum Auftreten der MS beitragen, ist ungewiss. MS kann heute frühzeitig günstig beeinflusst werden. Die Anzahl der Neuerkrankungen gerade bei jungen Menschen nimmt stetig zu.

www.dmsg-hessen.de

Das Spendenkonto der DMSG Hessen: Bank für Sozialwirtschaft, IBAN: DE74 550  205 000 007 605 200, BIC: BFSWDE33MNZ

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