Einmal im Jahr ehrt der DMSG-Bundesverband seine Ehrenamtlichen: Freiwillige Hilfe ist eine der wichtigsten Stützen der Arbeit der DMSG im Bundesverband, aber auch in den 16 Landesverbänden. Sie wird geleistet in Vorständen und Gremien aber auch von Betroffenen für Betroffene oder in der eigenen Familie, wenn ein Angehöriger Pflege benötigt. Unter den Geehrten waren in diesem Jahr Alexandra Günther von der jungen MS-Gruppe HaMSter, die mit dem Pia Näbauer Preis für junge MS-Erkrankte ausgezeichnet wurde, und Norbert Gittel von der MS-Untergruppe Werra-Meißner, der die Goldene Ehrennadel erhielt. Zudem wurde Georg Pellinnis aus dem Landesverband Hessen zum 2. Stellvertreter des Bundesbeirats MS-Erkrankter gewählt.

DMSG-Reporter Kevin Hoffmann führte als Moderator durch diesen besonderen Abend, an dem wieder einmal deutlich wurde, wie stark das Schicksal Multiple Sklerose die Menschen zusammenschweißt. Prof. Dr. Judith Haas, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes der DMSG, begrüßte die anwesenden Gäste herzlich. Im Anschluss trat Schirmherr Christian Wulff, Bundespräsident a.D., auf die Bühne und stellte mit vielen persönlichen Worten die Leistungen der Geehrten heraus.

Seit 2010 vergibt der DMSG-Bundesverband den Pia Näbauer Preis für junge MS-Erkrankte. In Anlehnung an die herausragenden und beispielhaften Verdienste der ehemaligen langjährigen Vorsitzenden des DMSG-Bundesverbandes, Pia Näbauer, würdigt diese, von der Bayerischen MS-Stiftung zur Verfügung gestellte, Auszeichnung das besondere Engagement junger MS-Erkrankter im Alter von bis zu 35 Jahren. In diesem Jahr ist Alexandra Günther aus Seligenstadt, von der jungen Gruppe „Die HaMSter“ die Preisträgerin. Schon im Alter von 17 Jahren zeigten sich bei Alexandra Günther die ersten Zeichen der Erkrankung. Seit 2006 hat sie eine gesicherte MSDiagnose.

Christian Wulff würdigte ihre Verdienste für die „Junge MS-Gruppe“ im Landesverband Hessen mit den Worten: „Sie wissen, wie es ist, wenn man jung die MS bekommt und mit niemandem darüber sprechen kann. Gerne möchten Sie anderen vermitteln, dass man mit dieser Erkrankung aktiv leben kann. Da Sie sich selbst wie ‚ein offenes Buch‘ erleben, fassen andere schnell Vertrauen und können mit Ihnen auch persönliche Themen besprechen.“

Zudem wurde an zehn Engagierte aus den Reihen der MS-Selbsthilfeorganisation als Anerkennung für ihren langjährigen ehrenamtlichen Einsatz die Goldene Ehrennadel verliehen. Beim diesjährigen Festakt in Berlin war unter den Geehrten auch Norbert Gittel, Leiter der MS-Untergruppe Werra-Meißner. Aus den Händen von DMSG-Schirmherr, Bundespräsident a. D. Christian Wulff, erhielt der 65-Jährige die Goldene Ehrennadel des Bundesverbandes für sein herausragendes soziales Engagement für MS-Betroffene.

„Sie sind seit mehr als 30 Jahren Schatzmeister und unermüdlicher Spendensammler in der DMSG Untergruppe Werra-Meißner“, würdigte Schirmherr Wulff in seiner Laudatio: „Ihr ehrenamtlicher Einsatz ist auch eine Entlastung für den Landesverband Hessen. Sie fahren zu Hausbesuchen, geben konkrete Alltagshilfen, organisieren den ehrenamtlichen Fahrdienst und pflegen verbindliche Kontakte zu Spendern, Stiftungen und Sponsoren. All das managen Sie in Ihrem häuslichen Büro.“

Zudem hat der Bundesbeirat MS-Erkrankter der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft einen neuen Vorstand. Claudia Schilewski aus Bayern zur neuen Vorsitzenden gewählt worden. Ihr zur Seite stehen die ebenfalls neu gewählten Stellvertreter Markus van de Loo aus dem Landesverband Hamburg als 1. Stellvertreter und Georg Pellinnis aus dem Landesverband Hessen als 2. Stellvertreter.

Aus Hessen stammt zudem die Gewinnerin des Wettbewerbs zum Welt-MS-Tag, der in diesem Jahr das Motto „KEINER SIEHT´S. EINE(R) SPÜRT´S“ hatte. Ein  Motto, das hohe Wellen schlug und gerade bei jungen M;S-Erkrankten auf großen Zuspruch stieß.

Die Resonanz war so groß, dass es für die Jury eine schwere Aufgabe gewesen ist, aus der Vielzahl der Beiträge ihre persönlichen Favoriten auszuwählen. Für die Endrunde nominierten die fünf Jury-Mitglieder die zwölf Einsendungen, die aus ihrer Sicht das Motto am besten getroffen haben. Das letzte Wort hatten die Teilnehmer des Votings auf www.dmsg.de. Fast 2500 haben mitgewählt. Mit 22 Prozent der Stimmen holte die Frankfurter Schauspielerin und Musikerin Stefanie Tauber den ersten Platz, die hierfür auf dem Festakt geehrt wurde. Wie wichtig die Einbindung junger Betroffener sei, betonte auch Schirmherr Christian Wulff nochmals in seinen Worten an die Gäste: „Ich begrüße es sehr, dass die DMSG es fördert, junge Erkrankte besser untereinander zu vernetzen und zu organisieren.“

Die Schauspielerin und Musikerin erhielt 2008 die Diagnose Multiple Sklerose. Die Krankheit hat ihr neben offensichtlichen Gangstörungen eine ganze Bandbreite unsichtbarer Symptome beschert. Um darauf aufmerksam zu machen, hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, künstlerische Formen zu finden. Mit ihrem Musikprojekt „Taika“ hat Steffi Tauber ihrem Kampf für ein erfülltes Leben mit MS eine künstlerische Gestalt gegeben. Hier können Sie den Beitrag sehen und hören. Quelle: DMSG BV