Dank gut 4000 Kunden hat der „14. PfennigBazar“ im Frankfurter Dominikanerkloster ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt. 82.774 Euro kamen als Erlös beim „Secondhand-Warenhaus für den guten Zweck“ am vergangenen Dienstag und gestrigen Mittwoch zusammen. Der Erlös geht zum größten Teil an die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) Landesverband Hessen, um vor allem Therapieangebote für MS-Betroffene zu finanzieren.

Das Schlange stehen hat sich auch bei der 14. Auflage des PfennigBazars gelohnt: Mit vollgepackten Tüten und zufriedenen Gesichtern zogen am Dienstag und gestern die Kunden nach ihrer ausgiebigen Shoppingtour im Dominikanerkloster wieder von dannen. Susie von Verschuer-Bär, die sich seit Jahren in der DMSG engagiert und mit ihrer Spedition Fermont seit der Premiere 2004 das organisatorische und logistische Rückgrat des PfennigBazars ist, zog nach den beiden Verkaufstagen eine positive Bilanz.

„82.774 Euro haben wir als Erlös erzielt. Das ist ein zufriedenstellendes Ergebnis, um MS-Betroffenen zu helfen. Die Resonanz belegt die Erfolgsgeschichte des ‚Secondhand-Warenhauses für den guten Zweck‘. Viele treue Kunden, die nicht über viel Geld verfügen, „kommen jedes Jahr, weil sie wissen, sie finden hier eine qualitativ gute Bekleidung, um sich für das ganze Jahr einzukleiden“, berichtet Susie von Verschuer-Bär. Auch Bernd Crusius, Geschäftsführer der DMSG Hessen, zeigte sich beeindruckt.

„Für uns ist der PfennigBazar eine unverzichtbare Säule im Jahresbudget. Wir erhalten kaum Zuwendungen durch die öffentliche Hand. Daher sind wir als Selbsthilfeorganisation für MS-Kranke auf die Einnahmen aus dem Basar und auf Spenden angewiesen. Nur so können wir unsere Aufgabe erfüllen, MS-Betroffenen im Alltag beratend zur Seite zu stehen und ihnen beispielsweise Therapie- und Gesprächsangebote zu machen, die dazu beitragen, dass sie lernen, mit ihrer Erkrankung umzugehen und ihr Leben trotz der Erkrankung selbständig, nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten“, betonte der Geschäftsführer.

Das Motto des PfennigBazars „Für kleines Geld einkleiden, im großen Stil helfen“ ist für viele Kunden nicht ein bloßes Lippenbekenntnis, sondern Antrieb, dort zu stöbern und etwas zu kaufen. Wie für die frühere Anästhesistin Dr. Maria Neu aus Lindenfels. „Meine Mutter hatte Multiple Sklerose. Daher weiß ich, was diese Krankheit bedeutet.“ In der „Hessenschau“ hatte sie vor einigen Jahren einen Bericht über den Basar zur Unterstützung MS-Kranker gesehen und kommt seither jedes Jahr vom Odenwald nach Frankfurt, um mit ihrem Einkauf etwas Gutes zu tun. Dann bringt sie immer ihren Enkelkindern etwas mit. Diesmal können sich die beiden über Teddybären freuen.

Auch die beiden jungen Frauen, die in der Textilbranche arbeiten, waren begeistert vom Angebot auf dem PfennigBazar, der für sie ein Pflichttermin im Kalender ist. Bei ihrer Suche nach individuellen und originellen Teilen wühlten sie sich durch das vielfältige Angebot im Boutiquebereich, durchforsteten die Kleiderstangen und brachten, wenn sie etwas Besonderers entdeckten, ihrer Freude mit Ausrufen immer wieder Ausdruck. Und vor allen Dingen lobten sie, dass der PfennigBazar für einen guten Zweck ist.

Zum zweiten Mal ist Studentin Henrike Duda aus Bad Nauheim mit ihrem Papa Wolfgang auf Schnäppchenjagd im Dominikanerkloster: „Ich liebe Taschen. Hier gibt es eine schöne Auswahl zu günstigen Preisen. Ich finde es toll, dass der Erlös kranken Menschen zu Gute kommt.“ Derweil hatten Ralf Döblitz und Herbert E. Hein einen ganz konkrete Aufgabe zu erfüllen. Sie waren auf dem PfennigBazar, um bei der Abendgarderobe Ballkleider und schicke Kostüme für die Aufführung von „My Fair Lady auf hessisch“ zu finden. Das Musical inszenieren die beiden Männer für das Kultur-Café „Switchboard“ in der Alten Gasse.

In dem Treff verantworten sie das Kulturprogramm. Premiere ist übrigens im Mai, berichtet Ralf Döblitz, der dann in die Rolle der Eliza Doolittle schlüpfen wird. Zum Gelingen des PfennigBazars tragen vor allem die rund 300 ehrenamtlichen Helfer bei. An sechs Sammelterminen hatten die Freiwilligen Spenden angenommen, sortiert und in rund 1700 Umzugskisten verpackt. Tags zuvor bauten sie mit Mitarbeitern der Spedition Fermont das „Secondhand-Warenhaus“ im Dominikanerkloster auf, berieten die Kunden an beiden Verkaufstagen, füllten Regale, Kleiderstangen und Wühltische mit neuer Ware auf, sortierten Porzellan-Service oder Spielzeug.

Tatkräftige Unterstützung bekamen die Helfer von acht Mitarbeitern von „ING-DiBa“, die dank ihres sozialen Unternehmensprojekts „Give Five“ zum bereits vierten Mal beim PfennigBazar im Einsatz waren. Etwa Friedel Schäfer und Dietmar Schäfer, die sonst in der Abteilung Immobilienfinanzierung arbeiten. „Ich finde es gut, für einen solchen Zweck meinen Schreibtisch zu verlassen und mitanzupacken“, betonte Friedel Schäfer.

Neue Helfer sind übrigens immer willkommen: In 2018 steht der 15. PfennigBazar an. Die Sammeltermine starten im April. Interessenten melden sich bei Karin Herring von der DMSG Hessen, Tel. 069/405898-21, Email: herring@dmsg-hessen.de.

Zugleich dankt die DMSG Hessen den Sponsoren Galeria Kaufhof, dem Caterer-Unternehmen JP-Ela Gourmet-Service, dem Evangelischen Regionalverband, der das Dominikanerkloster zur Verfügung gestellt hat, und Fraport für ihre Unterstützung und Hilfe. Der Erlös geht zu Dreivierteln an die DMSG Hessen und zu einem Viertel an den Hospizverein St. Katharina. Was nicht verkauft wurde, spendet die DMSG Hessen gemeinnützigen Organisationen, die sich um hilfsbedürftige Familien oder Wohnsitzlose kümmern. Sonja Thelen