Ministerin Lautenschläger verleiht Verdienstmedaille
(Wetzlar, 17. September 2008) Heidrun Teßmer aus Wetzlar ist für ihr jahrzehntelanges Engagement für chronisch kranke und behinderte Menschen mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Die Ehrung der 64-Jährigen wurde im Stadt- und Industriemuseum Wetzlar durch die hessische Sozialministerin Silke Lautenschläger (CDU) vorgenommen.
Sie würdigte in ihrer Laudatio das Lebenswerk Teßmers. "Heidrun Teßmer hat sich unter großem persönlichen Einsatz unter Zurückstellung von eigenen Interessen, verbunden mit dem Verlust persönlicher Freizeit, über viele Jahre hinweg mit einem hohen Maße an Gemeinsinn, Sachkenntnis und Tatkraft und trotz eigener gesundheitlicher Beeinträchtigungen für an Multipler Sklerose erkrankte Menschen engagiert", so Lautenschläger. "Die Vielzahl der von ihr ins Leben gerufenen Initiativen ist beispielgebend", machte die Sozialministerin deutlich.
Heidrun Teßmer, die verheiratet ist und zwei Kinder hat, ist gelernte Großhandelskauffrau und arbeitete viele Jahre als Sekretärin. Seit 1972 ist sie an Multipler Sklerose erkrankt. Die Geehrte ist seit 1988 Mitglied der Deutschen Multiple-Sklerose-Gesellschaft (DMSG). Seit 1992 ist sie in verschiedenen Funktionen im Vorstand der 1979 gegründeten Selbsthilfegruppe Wetzlar tätig.
Am Anfang als eine von vier Personen des Leitungsteams, war sie bis März 2006 für Schriftführung und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Die Kassenführung wurde jedoch von ihr fortlaufend betreut. Dette würdigt Teßmers Verdienste für behinderte und MS-KrankeÜber die Vorstandsarbeit hinaus organisiert Heidrun Teßmer mehrtägige Freizeiten, Tagesausflüge sowie Besuche kultureller Veranstaltungen für die Gruppenmitglieder. Die Geehrte ist nicht nur für die Selbsthilfegruppe, die sich zweimal monatlich trifft, aktiv, sondern hat seit 1999 einen Stammtisch für jüngere MS-Betroffene ins Leben gerufen und einige Jahre lang geleitet. Auf Grund der Initiative von Heidrun Teßmer wurde 1996 bei der Stadt Wetzlar das Amt einer Behindertenbeauftragten eingerichtet, das sie seitdem innehat.
Oberbürgermeister Wolfram Dette (FDP) würdigte die hohen Verdienste von Teßmer für die Behinderten und besonders für die an Multipler Sklerose erkrankten Menschen. Teßmer habe mehr als 35 Schulklassen besucht, den Schülern die Krankheit Multiple Sklerose sowie die Arbeit der Selbsthilfegruppe erläutert und mit ihnen über Probleme chronisch kranker Menschen im Alltagsleben diskutiert. Zur Teilnahme am Benefizlauf "Run for help" der DMSG in Kooperation mit hessischen Schulen habe Teßmer 180 Schüler mobilisiert.
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