„Multiple Sklerose – Vieles ist unsichtbar“
30. Mai – Welt-MS-Tag 2019

Welt-MS-Tag am 29. Mai in Hessen: Begehbares Gehirn in Darmstadt –behindertengerechter Easybus in Frankfurt

Unter dem Motto „MS – Vieles ist unsichtbar“ steht der „Welt-MS-Tag“, der 2019 zum elften Mal rund um den Globus Multiple Sklerose und MS-Betroffene in den Mittelpunkt stellt. An der Auswahl des Mottos hat erstmals der Bundesbeirat MS-Erkrankter (BBMSE) mitgearbeitet. Im Vorfeld hatte die  Multiple Sclerosis International Federation (msif) „Invisibility“ (Unsichtbarkeit) als internationales Rahmenthema ausgegeben. Passend hierzu hatte der DMSG-Bundesverband bundesweit Agenturen gebeten, Entwürfe für Motto und Motiv einzureichen. Aus den Vorschlägen wählten die Mitglieder des BBMSE ihre Favoriten. Den Zuschlag erhielt eine Düsseldorfer Agentur. Auch lobt der Bundesverband erneut einen Wettbewerb aus, um dem Motto Gestalt zu verleihen: etwa in Form von Aktionen, Gedichten, Songs, Videos, Geschichten. Im Nachgang zum Welt-MS-Tag wird eine Jury den Wettbewerbsgewinner auswählen, der beim Festakt im November prämiert wird.

Neu ist zudem ab diesem Jahr, dass der Welt-MS-Tag international ein festes Datum hat: den 30. Mai. Fällt dieser Termin in Deutschland auf einen Feiertag oder ein Wochenende, so wie in diesem Jahr, haben die DMSG und Landesverbände entschieden, den Aktionstag auf einen anderen Tag zu verlegen. Daher richtet die DMSG Hessen den Welt-MS-Tag 2019 am Mittwoch, 29. Mai, aus.

Mit vielerlei Aktionen nutzen die hessische Selbsthilfeorganisation, die landesweit vertretenen MS-Beratungsstellen und MS-Selbsthilfegruppen den Aktionstag, um über Multiple Sklerose aufzuklären, Berührungsängste abzubauen und aufzuzeigen, wie ein selbstbestimmtes Leben trotz MS möglich ist. Zwei zentrale Aufklärungskampagnen hat der hessische Landesverband vorbereitet. Nach Frankfurt und Kassel in 2017 und 2018 wird in diesem Jahr am Welt-MS-Tag in Darmstadt am Mittwoch, 29. Mai, auf dem Luisenplatz von 11 bis 18 Uhr ein begehbares menschliches Gehirnmodell (2,40 Meter breit und 3,60 Meter lang) aufgebaut. Mit Hilfe dreidimensionaler Darstellungen wird veranschaulicht, wie das Gehirn funktioniert und welche Folgen Krankheitsbilder wie MS auf das Organ haben. Neurologen bieten Führungen durch das Gehirnmodell an.

Zudem bietet der Welt-MS-Tag in Darmstadt auf dem Luisenplatz die Möglichkeit, sich von 11 bis 18 Uhr am Infostand der DMSG Hessen über die Arbeit, die vielfältigen Angebote und das hessenweite Netzwerk der MS-Selbsthilfeorganisation zu informieren. Auch ist die Darmstädter MS-Beratungsstelle präsent, die ihr Büro in der Ahastraße 5 hat. Zudem nutzen MS-Selbsthilfegruppen aus Darmstadt und Umgebung den Aktionstag auf dem Luisenplatz, um sich vorzustellen und um mit MS-Betroffenen, Angehörigen, Interessierten, Freunden oder Bekannten von Multiple-Sklerose-Erkrankten ins Gespräch zu kommen.

In der benachbarten Engel-Apotheke stehen Vorträge auf dem Programm. Um 13 Uhr referiert die Sportwissenschaftlerin Dr. Mareike Schwed von der Neurowerkstatt in Pfungstadt über „MS und Sport“. Um 15 Uhr folgt der Vortrag der Eutonietherapeutin  Birgit Leona Krengel über „Fitness für den Beckenboden“. Überdies können Besucher an der „Fühlstraße“ Besucher Symptome der MS wie Sehstörungen, Gleichgewichtsprobleme oder Taubheitsgefühle nachempfinden.

Spektakulär wird auch die zweite zentrale Infokampagne der DMSG Hessen am Welt-MS-Tag, Mittwoch, 29. Mai, dann in Frankfurt von 11 bis 18 Uhr auf dem Rossmarkt in der Innenstadt: Dort wird der alters- und behindertengerechte „Easybus 2.0“ präsentiert. IVECO Bus hat gemeinsam mit DB Regio Bus und der Hochschule Fresenius diesen neuen Linienbus konzipiert, mit dem ältere oder in der Mobilität eingeschränkte Personen sicherer ihre Wegstrecken zurücklegen können.

Das erste Fahrzeug war bereits im Raum Aschaffenburg sowie im Münchner Regionalverkehr testweise im Einsatz und fährt heute Fahrgäste im bayerischen Füssen. Die neue Innenraumkonzeption des Busses geht auf Forschungsergebnisse der Hochschule Fresenius zurück. Beim Umbau wurden sowohl bauliche Erfordernisse als auch psychologische Gesichtspunkte zur einfachen und sicheren Nutzung berücksichtigt. So ist beim „Easybus“ die vordere Tür breiter als sonst, um einfacher mit Rollatoren zusteigen zu können. Zudem erhöht sich für den Fahrgast durch die vordere Einstiegsmöglichkeit die gefühlte Sicherheit durch direkten Kontakt zum Fahrer.

Eine breite Klapprampe an der Tür bietet noch zusätzliche Unterstützung beim Einstieg. Im Innenraum gibt es gesicherte Abstellplätze für Rollatoren, große Freiflächen für Rollstühle und E-Scooter, die durch Klappsitze zusätzlich variabel sind, sowie Halter für Krücken und erhöhte, mit Podesten unterbaute Sitze.

Ergänzt wird diese Aktion in der Frankfurter Innenstadt am Welt-MS-Tag durch einen Infostand auf dem Rossmarkt. Dort präsentieren sich die DMSG Hessen, Selbsthilfegruppen aus Frankfurt und Umgebung sowie die Frankfurter MS-Beratungsstelle, die ihren Sitz in der Wittelsbacherallee 86 hat. Doris Althofen, Leiterin der Beratungsstelle, steht an diesem Tag für Fragen zur Verfügung. Auch in Frankfurt können Interessierte an der am Infostand aufgebauten Fühlstraße Symptome von Multiple Sklerose nachempfinden, wie Gleichgewichtsprobleme, eingeschränkter Tastsinn, Taubheitsgefühle oder Sehstörungen.

In Fulda ist ein Infotag in Kooperation mit Kreisgesundheitsamt, Klinikum Fulda, die MS-Gruppe Fulda und der DMSG-Beratungsstelle Fulda von 10 bis 16 Uhr im Klinikum Fulda (Pacelliallee 4) geplant. In Kassel ist am Welt-MS-Tag, Mittwoch, 29. Mai, der Offene Treff von 18 bis 20 Uhr in der Kasseler Beratungsstelle (Wilhelmshöher Allee 262), der sich vor allem an Neu-Betroffene richtet.

Flankiert wird der Welt-MS-Tag traditionell von einem Patientenforum. Diese findet in diesem Jahr am Samstag, 25. Mai, von 10 bis 13.30 in Langen (Neue Stadthalle, Südliche Ringstraße 77, 63225 Langen) statt. Auf dem Programm stehen Experten-Vorträge zu folgenden Themen: Sozial- und arbeitsrechtliche Aspekte der MS,  Neuropsychologische Aspekte der MS und Fahrsicherheit bei MS. Anmeldeschluss ist am 3. Mai bei Monika Dettke, Tel. (069) 40 58 98-30, Email: dettke@dmsg-hessen.de.

MS-Gruppen oder -Treffs, die sich am Welt-MS-Tag 2019 mit Aktionen beteiligen möchten, geben bitte ihre Infos bis Donnerstag, 2. Mai, an Sonja Thelen (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit), E-Mail: thelen@dmsg-hessen.de. Die Aktivitäten veröffentlichen wir auf unserer Homepage: www.dmsg-hessen.de. Sonja Thelen

„KEINER SIEHT´S. EINE (R) SPÜRT´S: Multiple Sklerose – vieles ist unsichtbar

Unter diesem Motto ruft die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft im Vorfeld des elften Welt-MS-Tages am 30. Mai 2019 zur Teilnahme an einem bundesweiten Wettbewerb auf. Ziel ist, auf die Hindernisse im Leben mit der im Alltag oft unsichtbaren Erkrankung hinzuweisen. Im Fokus stehen die unsichtbaren Symptome, aber auch die Angst, sich öffentlich zu der noch unheilbaren und unberechenbaren Erkrankung Multiple Sklerose zu bekennen.

Wer mit Gipsverband und Krücken zur Arbeit kommt oder in einen Bus einsteigt, kann meist mit Rücksichtnahme und Verständnis rechnen. Aber es gibt schwerwiegende Erkrankungen, die für Außenstehende nicht ohne weiteres zu erkennen sind. So ist vielen Menschen mit Multipler Sklerose (MS) auf den ersten Blick nichts anzusehen. Denn MS bedeutet heute meist nicht mehr, im Rollstuhl zu sitzen. Viele MS-Erkrankte führen nach außen hin oft ein ganz normales Leben, gehen zur Arbeit, pflegen Hobbys und gründen Familien. Dennoch haben sie mit teils massiven Einschränkungen zu kämpfen. Mit welchen für das Umfeld unsichtbaren verborgenen Belastungen Menschen mit MS – sei es im Beruf, aber auch in der Familie – konfrontiert sind, darauf will die DMSG aufmerksam machen und MS-Erkrankten und Angehörigen eine Plattform bieten, um mit Vorurteilen aufzuräumen und Verständnis zu gewinnen.

KEINER SIEHT´S. WER SPÜRT´S? Die DMSG startet Wettbewerb zum Welt-MS-Tag

Menschen mit Multipler Sklerose leiden oft unter der „Unsichtbarkeit“ ihrer Krankheitssymptome und dem daraus resultierenden Unverständnis in ihrer Umgebung. Dieses Problem greift die DMSG rund um den Welt-MS-Tag am 30. Mai auf, mit dem Motto:

„Keiner sieht´s. Eine(r) spürt´s: MS – vieles ist unsichtbar“.

Im Wettbewerb können Sie ihre Erfahrungen mit MS sichtbar machen, das Wissen über die Krankheit in der Öffentlichkeit stärken und über verbreitete Missverständnisse aufklären. Zum Beispiel, warum die Fatigue genannte übermäßige Erschöpfung bei MS nichts mit Faulheit zu tun hat oder ein schwankender Gang nicht auf Alkoholkonsum schließen lässt. Bei der Umsetzung sind Ihrer Kreativität keine Grenzen gesetzt – von der Geschichte bis zum Konzert, von der Ausstellung bis zum Flashmob, vom Gedicht bis zum Song, vom Bild bis zum Video.

Die Beiträge bitte bis zum 30. Juni an weltmstag@dmsg.de mailen oder per Post an Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V., Krausenstr. 50, 30171 Hannover schicken.

Eine prominente Jury wählt den Gewinner, die Prämierung erfolgt im Rahmen eines Festaktes in Berlin. Quelle zum Thema Wettbewerb: DMSG-Bundesverband