Krankheitsbild

Multiple Sklerose ist die am häufigsten auftretende organische Erkrankung des zentralen Nervensystems.

Im Gehirn und Rückenmark entstehen zahlreiche (Multiple) entzündliche Veränderungen, die beim Abheilen Vernarbungen (Sklerose) hinterlassen. Dadurch kommt es zu Störungen im zentralen Nervensystem. Die Krankheit verläuft meist in Schüben und ist im Einzelfall nicht vorhersehbar.

MS kann jeden von uns treffen.

Doch eins ist gewiss: MS ist weder ansteckend noch ist es eine Erbkrankheit. Der Krankheitsverlauf ist sehr individuell. MS wird deshalb auch „die Krankheit mit den vielen Gesichtern“ genannt:
Angefangen von „stummen Verläufen“ mit milden Schüben, bis hin zu aggressiven Verlaufsformen mit ausgeprägter Symptomatik und
körperlichen Einschränkungen gibt es die verschiedensten Ausprägungen.

Trotz großer Anstrengungen ist die Ursache der MS nach wie vor nicht bekannt. Man nimmt an, dass der MS ein ganzes Ursachenbündel zugrunde liegt. Das Abwehrsystem des Körpers, das Immunsystem, spielt dabei eine zentrale Rolle. Bei MS ist ein Teilbereich dieses Abwehrmechanismus falsch programmiert, das heißt, er richtet sich gegen den eigenen, gesunden Körper.

Eine Heilung der Krankheit ist derzeit noch nicht möglich. Gezielte und rechtzeitige Therapien können sich jedoch positiv auf die Folgeerscheinungen der MS auswirken und erleichtern Kranken das Leben.

Sie können bei der DMSG Hessen Informationsbroschüren zu verschiedenen Themen bestellen, Telefon 069 / 40 58 98 0.

Der Verlauf von Multiple Sklerose

Der Verlauf einer MS kann von Patient zu Patient sehr unterschiedlich sein. Deshalb ist es nicht möglich, eine genaue Voraussage zu treffen.

Betont werden muss, dass MS bei einer Vielzahl von Erkrankten gutartig verläuft. Eine MS muss nicht zwangsläufig schwer verlaufen. Im Gegenteil, die anfänglich auftretenden Krankheitszeichen bilden sich in der Regel fast alle vollständig wieder zurück – es kommt weitgehend zu einer Abheilung der entzündlichen Herde. Auch bei unvollständiger Rückbildung bleiben die Störungen oft relativ gering und beeinträchtigen wenig.

Je nach Krankheitsverlauf können aber auch zunehmende Beeinträchtigungen auftreten, die dann bestehen bleiben. Jedoch nur in einzelnen Fällen (unter 5 %) führt die Krankheit innerhalb weniger Jahre zu schwerer Behinderung. Als Faustregel, gilt die sogenannte „5-Jahres-Regel“: Der Behinderungsgrad fünf Jahre nach Krankheitsbeginn entspricht etwa drei Viertel desjenigen nach 10 bis 15 Jahren.

Die Unvorhersagbarkeit des Krankheitsverlaufes stellt eine besondere Belastung für Neuerkrankte und ihre Angehörigen dar. Gespräche mit dem Arzt, anderen MS-Erkrankten oder Mitarbeitern der DMSG helfen im konkreten Fall, ein realitätsgerechtes Bild von MS zu bekommen.