Häufig gestellte Fragen

Antworten auf oft gestellte Fragen – kurz und verständlich für Sie zusammengefasst

Wir haben hier häufige Fragen für Sie zusammengestellt.
Individuelle Fragen rund um die Krankheit besprechen Sie gerne mit einer unserer Beraterinnen in Hessen. Hier finden Sie den richtigen Ansprechpartner.

Multiple Sklerose (MS) ist eine Erkrankung des Nervensystems in Gehirn und Rückenmark, das als Zentrales Nervensystem (ZNS) bezeichnet wird. Bei MS treten an verstreuten Stellen des ZNS meist herdförmige Entzündungen auf, die beim Abklingen der Entzündung vernarben und verhärten können. Diese Narben oder Fehlstellen im Nervennetz verhindern die reibungslose Weiterleitung von Reizen, die das Gehirn über das Rückenmark an den Körper aussendet oder auf umgekehrtem Weg empfängt. Die Folge können unterschiedliche, sichtbare und unsichtbare, Beeinträchtigungen sein.
Die Ursachen der MS sind weitgehend unbekannt. Angenommen wird, dass mehrere Faktoren zusammentreffen müssen, um die Krankheit auszulösen. Gesichert ist aber, dass das körpereigene Immunsystem eine große Rolle spielt. Teile dieses Abwehrsystems, das eigentlich vor körperfremden und gefährlichen Eindringlingen schützen soll, richten sich gegen den eigenen Körper und greifen die Schutzhüllen der Nervenfasern an. MS zählt daher zu den sogenannten Autoimmunerkrankungen. Als auslösende Faktoren stehen Umweltfaktoren, Viruserkrankungen (Kinderkrankheiten) sowie die individuelle Veranlagung in Verdacht.

Die Symptome sind in ihrer Art und Intensität von Mensch zu Mensch unterschiedlich, je nachdem, an welcher Stelle das Zentrale Nervensystem geschädigt wurde. Sie variieren von Mensch zu Mensch und können sich im Laufe der Erkrankung verändern.
Häufige Krankheitszeichen zu Beginn der Erkrankung sind Gefühlsstörungen, die als Taubheitsgefühl oder Kribbeln wahrgenommen werden, Sehstörungen und Schwäche einer Extremität.

Es gibt keinen einfachen Test, mit dem MS diagnostiziert werden kann. Die Diagnose ist eine Ausschlussdiagnose, das heißt durch die Erhebung der Krankengeschichte, gründliche körperliche und neurologische Untersuchungen, bildgebende Verfahren (z.B. die Magnetresonanztomografie) und die Untersuchung des Nervenwassers sollen andere MS-ähnliche Erkrankungen ausgeschlossen werden.

MS ist nicht heilbar, aber sehr wohl behandelbar.
Die Schubtherapie bekämpft einen akuten Krankheitsschub. In aller Regel wird kurzfristig hochdosiertes Kortison eingesetzt.
Die verlaufsmodifizierende Basistherapie zielt auf die Reduzierung von Schubrate und Behinderungsprogression.
Die Symptomatische Therapie lindert durch MS verursachte Beschwerden wie Blasenfunktionsstörung, Spastik und Fatigue. Hier haben nicht-medikamentöse Behandlungen, unter anderem Physio- und Ergotherapie, einen hohen Stellenwert.

MS wird nicht vererbt. Zwar findet man MS prozentual etwas häufiger in einer Familie als in der Gesamtbevölkerung – das trifft aber auch auf andere Erkrankungen zu, da sich Mitglieder einer Familie mehrere Faktoren teilen. Eine Vererbung im eigentlichen Sinn findet aber nicht statt.

Der Verlauf der Krankheit ist individuell und kann nicht vorausgesagt werden. Man unterscheidet drei Hauptformen:
1. den schubförmigen Verlauf, bei dem sich die Beschwerden ganz oder teilweise zurückbilden,
2. einen zunächst schubförmigen Verlauf, der in einen fortschreitenden Verlauf übergeht,
3. den fortschreitenden Verlauf mit stetiger Verschlechterung der Beschwerden.

MS ist keine Infektionskrankheit, sie ist daher auch nicht ansteckend.
Der Verlauf der Krankheit ist individuell und kann nicht vorausgesagt werden. Viele Patienten können trotz Beschwerden über Jahre hinweg weiter ohne Einschränkungen leben. Die Krankheit kann aber auch die Leistungsfähigkeit so einschränken, dass die Patienten ihren Beruf nur noch teilweise oder gar nicht mehr ausüben können oder auf den Rollstuhl angewiesen sind.
MS ist keine tödliche Krankheit. Die Lebenserwartung von MS-Kranken liegt nur geringfügig unter der Allgemeinbevölkerung. Ursache für die etwas frühere Sterblichkeit ist vor allem die erhöhte Anfälligkeit von schwer an MS-Erkrankten für Folgeerkrankungen wie Atemwegs- und Harnwegsentzündungen.
Einem Kinderwunsch steht bei MS aus medizinischer Sicht nichts entgegen. MS wird nicht vererbt. Auch hat die Schwangerschaft keinen negativen Einfluss auf den Verlauf der Krankheit. Schwangerschaft und Stillzeit können sich positiv auf die Schubrate auswirken. Nach der Entbindung besteht allerdings erhöhte Schubgefahr. Hier ist es wichtig, sich zur eigenen Entlastung bereits im Vorfeld um Unterstützung im Familien- und Freundeskreis zu kümmern.
Bei der Suche nach einem MS-erfahrenen Facharzt (Neurologen) in der Nähe Ihres Wohnorts sind Ihnen unsere Beratungsstellen gerne behilflich. Hier finden Sie die richtigen Ansprechpartner.