Feierstunde zum 30-jährigen Bestehen der MS-Selbsthilfegruppe Marburg-Biedenkopf
Am Samstag den 24.09.2011 beging die Multiple-SkleroseSelbsthilfegruppe Marburg-Biedenkopf ihr 30-jähriges Bestehen. Viele Gäste feierten im großen Saal des Bürgerhauses Marburg-Moischt mit. Betroffene, Angehörige, Helferinnen, Interessierte und Personen aus Politik, Wirtschaft und Sozialverbänden waren anwesend. Bei der Begrüßung stellte Bernd Gökeler, Mitglied des Leitungsteams, die MS-Betroffenen besonders heraus, indem gängige Vorurteile dem tatsächlichen Krankheitserfahrungen gegenübergestellt wurden.
Selbsthilfe ist seit 30 Jahren der Weg, dass sich die Schwerkraft der Erkrankung nicht als erstes auf die Mundwinkel auswirkt. "Sebsthilfe ist das einzige Medikament, dass jeder jedem zu jeder Zeit geben kann, ohne Arzt und Apotheker".
Er betonte, dass es dabei auf das Miteinander ankommt, auf tätige Hilfe und auf die für die Gruppe existentiellen Spenden, dankte für die Vergangenheit und warb für die Zukunft. Aus der Gründungszeit der Gruppe wurden für Ihre Pionierarbeit geehrt : Hilde Schwarz, Pia Jaschek, deren Vater Erich Donges zum ersten Leitungsteam der Gruppe gehörte und Klaus Gattermann, ebenfalls Mitglied des ersten Leitungsteam, der leider nicht anwesend sein konnte. Für den besonderen Einsatz insbesondere bei der Vorbereitung und Umsetzung der 30-Jahr-Feier wurde Renate Klein und Lisa Störiko herzlich gedankt.
Schirmherr der Veranstaltung war der Oberbürgermeister von Marburg, Egon Vaupel, der in seiner Rede besonders den Wert der Selbsthilfe für die Lebensqualität in der Stadt herausstellte.
Die Bedeutung der Lobbyarbeit der Gruppe betonte der stellvertretende Landrat und Sozialdezernent Dr. Karsten McGovern in seinem Grußwort. In Vertetung von Dr.Thomas Spies gratulierte die Stadtverordnete Johanna Seelig.
Auf der Welle der Selbsthilfebewegung in den 80-igern gründete sich in Marburg eine der ersten Gruppen des DMSG Landesverbandes Hessen, so Monika Dettke, Leiterin Soziale Dienste der DMSG, die einen Überblick über die Historie der Gruppe gab.
Der allen aus der ARD bekannte Börsenspezialist Frank Lehmann verlieh im Namen des Vorstandes 6 Goldene (Hildegard Göbel, Bernd Gökeler, Ingrid Mertins, Christina Schick, Helga Talarowski, Margret Wimmel, und 4 Silberne Ehrennadel (Klaus Homberger, August Lehr, Boonta und Jean Wisniewski) der DMSG als Anerkennung für Langjährige ehrenamtliche Tätigkeit.
Für die musikalische Umrahmung des offiziellen Teils sorgte gekonnt das Bläserorchester des VFLMarburg.
,,Lichtblicke'' gab es im Unterhaltungsteil durch die Tanzsportgruppe Marburg, magische Momente setzte der Zauberer Jonas und nachdenkliche musikalische Töne steuerte Anja zur Nieden bei.
Text : Bernd Gökeler

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hinten links: Ingrid Mertins, Frank Lehmann, Monika Dettke, August Lehr, Helga Talarowski, Klaus Homberger, Christina Schick, Boonta Wisniewski, Hildegard Göbel. vordere Reie v. l. Margret Wimmel, Jean Wisniewski, Bernd Gökeler
Bericht der DMSG SHG Marburg-Biedenkopf zum Welt-MS-Tag 2011.
Die unsichtbare Seite der MS
So lautete die Überschrift zum diesjährigen Welt-MS-Tag am 25.05.2011.
,, Ich habe MS und keiner sieht es ''
Die MS-Selbsthilfegruppe Marburg-Biedenkopf nutzte also diesen Tag, um die MS sichtbar zu machen, auf die Erkrankung aufmerksam zu machen und aufzuklären.
Der Informationsstand wurde zwischen 10.00 und 16.00 Uhr zum sichtbare Zeichen und war so in der Üniversitätsstraße plaziert, dass Nichtbehinderte durch Behinderte ,,behindert'' wurden. Die Passanten wurden aktiv angesprochen und auf den Welt-Multiple-Skerose-Tag aufmerksam gemacht, der druckfrische Flyer (ca. 450 Exemplare) der Gruppe und noch
produktionswarme Kugelschreiber mit der Internetadresse der Gruppe wurden verteilt.
Für Kinder gab es Gummibärchen. Es wurden ca. 3.000 Personen angesprochen, einige von der Erkrankung selbst Betroffene, mehrere die in der Familie oder im engsten Umkreis mit MS- Erkrankten leben, weitere, die andere Erkrankungen haben aber mit ähnlichen Erfahrungen konfrontiert sind, viele die MS für Muskelschwund hielten und die Mehrheit, die von der Erkrankung noch nichts gehört hatte.
Jeder Besucher war besonders, herausragend war aber, dass der Oberbürgermeister von Marburg, Herr Vaupel vorbeikam, wenn auch zufällig und dass Frau Bechen von der Beratungsstelle Alsfeld uns durch ihr Erscheinen den Rücken stärkte.
Eine morgendliche Passantin bot uns sogar von ihren gekauften Berlinern an.
Ein voller Erfolg.
Möge die MS in Ihrer Ausprägung bei den meisten Betroffenen möglichst unsichtbar bleiben, durch die Aktion am Welt-MS-Tag aber die Erkrankung und die damit verbundenen Probleme
sichtbar für Marbueg, Hessen, die BRD und die Welt werden.
Bernd Gökeler

Quelle: Oberhessische Presse
Auf den Spuren der Hohenzollern
Die Selbsthilfegruppe Marburg-Biedenkopf brach am 20.06.2011 mit Gästen aus Gießen und Eschwege zu einer achttägigen Freizeit nach Potsdam auf. Herberge war das Hotel Ascot-Bristol in Potsdam- Drewitz.
Programmbeginn, eine Stadtrundfahrt durch Potsdam mit anschließendem Besuch der Altstadt, insbesondere des holländischen Viertels. Am Tag darauf folgte eine Tour durch Berlin, mit Ausstieg am Brandenburger Tor. Die Reisegruppe gliederte sich auf, manche besichtigten den Ort der politischen Realität im Reichstag, andere gingen zu Madame Tussaud, um die Prominenz in Wachs gegossen zu erleben. Papst Benedikt, Obama, Gerhard Schröder und insbesondere Robbie Williams hielten fürs Foto ganz still.
Der vierte Tag begann mit einer Hiobsbotschaft, der Bus war in der Nacht auf einer Seite mit Graffiti verunstaltet worden. Die polizeiliche Aufnahme musste abgewartet werden.
Für die Mehrheit schloss sich der Besuch des Pergamon Museums an, die Welt der Antike wurde erlebbar, eine kleine Gruppe besichtigte den Berliner Dom und die im Jugendstil gehaltenen Hackeschen Höfe, eine Oase im Großstadtgetriebe.
Tag 5 war der Tag der Kontraste zwischen Sein und Schein im gestern und heute. Die Filmstudios in Babelsberg oder der Park von Sanssouci waren die Alternativen.
Tag 6 hatte der wunderbare und vor allem so gelassene Busfahrer Christoph seinen gesetzlich verordneten Ruhetag.
Der neue Garten mit Cecilienhof, Marmorpalais und Meierei machten die Bau und Gartenkunst der Hohenzollern, bis 1917 auf insgesamt ca. 270 Hektar, als Ausschnitt erfahrbar. Tags darauf zeigte sich Berlin von seiner grünen Seite, auf der Spree und dem Landwehrkanal wurde die Innenstadt noch einmal eindrücklich. Man sah vor lauter Bäumen die Stadt nicht. Berlin und Potsdam sind insbesondere für Rollifahrer kein leichtes Pflaster, die Sehnsucht Friedrichs des Großen nach einem Platz ohne Sorgen, einem Sanssouci beschlich uns auch immer wieder.
Bernd Gökeler

2010 Dresden, Bad Schandau, Elbsandsteingebirge