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Med. Fragen und Probleme, Prof. Dr. Erwin Stark, 09.07.2003
Protokoll der Fragen und Antworten aus dem Expertenchat mit Prof. Dr. Erwin Stark vom 09.07.2003.
Moderatorin Doris Althofen: Herzlich willkommen bei unserem Chat zum Thema "Medizinische Fragen und Probleme bei MS". Stellen Sie Ihre Fragen an unseren Experten Herrn Prof. Dr. Stark, Chefarzt der Neurologischen Klinik im Stadtkrankenhaus Offenbach und Vorsitzender des Ärztlichen Beirates des Landesverbandes. Vielen Dank Herr Professor für Ihre Teilnahme. Von der Diagnosestellung bis zu therapeutischen Möglichkeiten der MS können Sie jetzt Ihre Fragen stellen. Wir wünschen allen TeilnehmerInnen eine interessante Fragerunde.

Christine Klein: Lieber Herr Prof. Stark! Wie wichtig ist die Einstichtiefe bei Copaxone? Ich bin schlank gebaut und benötige eine geringe, jedoch bekommt mir eine größere Einstichtiefe besser. Was nun?

Ärztlicher Beirat
Prof. Dr. Erwin Stark:
Wichtig ist, daß die Injektion in das Unterhautfettgewebe erfolgt. Am besten, Sie lassen sich die Injektionstechnik zeigen. Fragen Sie bei TEVA-Pharma an, wo dies geschehen kann.


Witti:
Hallo Christine, spritz Du mit Injektor? Ich vertrage geringere Einstichtiefen besser als die größeren. Ich habe erst 6 mm, dann 5 mm und jetzt 4 mm. Dazu habe ich mich jedoch immer wieder neu einweisen lassen.

Witti: Guten Abend erstmal! Bei mir wurde im Okt. 02 MS diagnostiziert, die sich nicht ganz zurückgebildet hat. März 03 habe ich die gleichen Symptome wiederbekommen. Ist dies ein neuer Schub? Spritze seit 1 Monat Copaxone, ist dies ein geeignetes Mittel?

Prof. Dr. Erwin Stark: Diese Frage kann nur der behandelnde Neurologe beantworten, da Wiederauftreten "alter" Symptome auch andere Ursachen haben kann. Copaxone ist zur Behandlung der schubfömigen MS.

Witti: Ich war damit selbstverständlich bei meiner Neurologin, trotzdem interessiert mich eine zweite Meinung, zumal sie sich anfangs unsicher war, ob es ein zweiter Schub war.

Prof. Dr. Erwin Stark: Das hängt von der Art und dem Ausmaß der Symptome ab, bei deutlicher Verschlechterung und Ausschluss eines Infektes ist ein Schub sehr wahrscheinlich.

Witti: Kann Übelkeit am Abend eine Nebenwirkung von Copaxone sein? Gibt es Erfahrungen, ob sich Copaxone auf die Erhöhung des Blutzuckerspiegels auswirkt (ähnlich wie Kortison)? Habe nämlich auch Diabetes Typ II - die ich bis jetzt nur mit Diät in Griff bekommen habe.

Prof. Dr. Erwin Stark: Übelkeit ist keine Nebenwirkung von Copaxone, der Zuckerspiegel sollte nicht beeinflußt werden.

Witti: Meine Neurologin hat mir Antidepressiva verschrieben. Die habe ich jetzt über ein halbes Jahr genommen. Eine Verbesserung, ausser besser einschlafen zu können, aber extremer morgendlicher Müdigkeit habe ich keine Verbesserung gespürt? Ich habe sie deshalb jetzt seit einer Woche weggelassen. Welche Erfahrung haben Sie mit Antidepressiva und MS? War es richtig, sie abzusetzen? Ich habe Angst, dass ich abhängig davon werde, da ich kaum noch ohne diese Depressiva einschlafen kann.

Prof. Dr. Erwin Stark: Antidepressiva machen nicht abhängig. Eine Verordnung bei MS ist dann sinnvoll, wenn eine Depression vorliegt, selten auch bei bestimmten Schmerzen.

Witti: Auch wenn die Frage etwas abweicht, aber wie wird Depression diagnostiziert? Geht das überhaupt?

Prof. Dr. Erwin Stark: Die Diagnose erfolgt durch Erfragen von bestimmten Symptomen und der Beobachtung des Patienten im Gespräch.

Witti: Heißt das also, dass es keine gesicherte Diagnose für Depression gibt?

Prof. Dr. Erwin Stark: Doch

Witti: Entschuldigung, ich wollte niemanden zu nahe treten - meine Neurologin reagiert auch so kurz angebunden mit dem Satz "wenn ich nicht einschlafen könnte, zeigt dies, dass ich sie noch brauche". Mein Menschenverstand sagt mir aber, wären dann nicht Schlafmittel sinnvoller und warum bin ich morgens damit dann erst recht müde und benommen?

Prof. Dr. Erwin Stark: Dies sind zu spezielle Fragen, die nur ein behandelnder Arzt beantworten kann. Schlafmittel sind grundsätzlich ungünstiger, da sie ein hohes Abhängigkeitspotential haben.

Witti: Vielen Dank für Ihre Antworten und einen schönen Abend noch.

Prof. Dr. Erwin Stark: Danke, Ihnen auch einen schönen Abend.

Moderatorin Doris Althofen: Unsere Chatrunde ist nun beendet. Wir bedanken uns bei unserem Experten Herrn Prof. Dr. Stark und bei allen TeilnehmerInnen und würden uns freuen, Sie wieder bei uns begrüßen zu dürfen.

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