Nachdem in mehreren Fällen schwere Nebenwirkungen aufgetreten sind, hat die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) ein Eilverfahren zur Überprüfung des Multiple Sklerose-Wirkstoffes Daclizumab, Handelsname Zinbryta®, eingeleitet. Der Hersteller kündigte an, das Medikament eigenverantwortlich weltweit vom Markt zu nehmen.

Der CD25-Antikörper Daclizumab wird angewendet zur Behandlung der schubförmigen Multiplen Sklerose (MS). Nach einem Bewertungsverfahren der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) wegen Berichten über lebensbedrohliche Leberentzündungen wurde 2017 die Indikation bereits eingeschränkt auf erwachsene Patienten mit schubförmiger MS, die auf mindestens zwei krankheitsmodifizierende Therapien (DMT) nicht ausreichend angesprochen haben und bei denen eine Behandlung mit jeder anderen DMT kontraindiziert oder ungeeignet ist (Siehe Drug Safety Mail 2017-39).

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) informiert nun, dass nach Fallberichten von immunvermittelter Enzephalitis / Enzephalopathie der Zulassungsinhaber eigenverantwortlich auf die Zulassung verzichtet.

Nähere Informationen hierzu finden Sie hier auf der Homepage des DMSG Bundesverbandes.