Beim Festakt in Berlin wurde Ute Wagner von der MS-Gruppe Volgelsberg mit der Ehrennadeln in Gold geehrt. Mit dieser Auszeichnung als „sichtbares Zeichen der Wertschätzung“ möchte der Bundesverband Mensche wie Ute Wagner und die übrigen Preisträger aus den anderen Bundesländern ehren, die sich seit vielen Jahren in besonderem Maße für MS-erkrankte eingesetzt haben und ihnen für ihr unverzichtbares Engagement in der Pflege, in der Selbsthilfe und in Projekten der DMSG danken. Die Ehrennadel in Gold erhielt Ute Wagner aus den Händen des Schirmherrn der DMSG, Bundespräsident a.D. Christian Wulff.

Mit der Auszeichnung sagt die DMSG Dankeschön. „Die vielfältigen Aufgaben, die sich die DMSG als Selbsthilfe- und Betreuungsorganisation, als Interessen- und Fachverband gestellt hat, wären ohne das selbstlose Engagement der über 4000 Ehrenamtlichen nicht zu bewältigen. Allzu oft erfolgt deren Wirken im Verborgenen. Umso mehr verdienen Sie unsere Anerkennung“, sagte die Vorsitzende der DMSG, Prof. Dr. med. Judith Haas, anlässlich der Preisverleihung.

An dieser nahmen von Seiten der DMSG Hessen auch die Vorsitzende Dagmar Spill, Geschäftsführer Bernd Crusius und der Vorsitzende des Landesbeirats Hessischer MS-Erkrankter, Georg Pellinnis, teil.

Tag für Tag für andere da zu sein, Angehörige zu pflegen, ihnen den Alltag zu erleichtern oder sich aktiv in der Selbsthilfe einzubringen: Die Wege, wie sich Menschen ehrenamtlich für MS-Erkrankte einsetzen, sind breit gefächert. Als Zeichen der Anerkennung wurde all diese unverzichtbaren Helfer beim Festakt geehrt. Schirmherr Christian Wulff, Bundespräsident a. D., verlieh Ute Wagner die Goldene Ehrennadel. 

Als Leiterin der MS-Gruppe Vogelsberg seit 2001 sorgt Ute Wagner nicht nur für einen guten Informationsfluss innerhalb der Gruppe, sondern durch ihre sehr guten Kontakte zu den Bürgermeistern mehrerer Gemeinden auch dafür, dass MS und dadurch bedingte Probleme wahrgenommen werden. Die 50-Jährige gilt als einfühlsame Gesprächspartnerin und Betroffenenberaterin. Zudem sorgt sie als akribische Organisatorin von „Run or Help“-Sponsorenläufen an zwei Vogelsberger Schulen für hohe Spendenaufkommen.

Als sie 24 Jahre alt war, erhielt Ute Wagner 1991 die Diagnose MS. Die Art und Weise, wie ihr die Diagnose vermittelt wurde, war für die junge Frau ein negatives Erlebnis und wohl mit ein Grund dafür, sich später als Betroffenenberaterin ausbilden zu lassen.

Bereits drei Jahre zuvor war den Ärzten ihre MS bekannt; als sie dann 1991 auf ärztliche Empfehlung hin eine neurologische Reha gemacht hat, wurde dort selbstverständlich von „MS“ gesprochen. Das hat sie fast als Schock erlebt. Zudem hatte sie in der Zeit einen Sohn und eine Tochter bekommen. Ihre beiden kleinen Kinder waren für sie Ansporn, stark zu bleiben. Zu Beginn ihrer Erkrankung hatte sie etwa alle ein bis zwei Jahre einen MS-Schub. Die Symptome haben sich regelmäßig gut zurückgebildet.

Immer mal wieder musste sie stationär ins Krankenhaus und war dankbar, dass sie eine gute Unterstützung im Familienkreis erfahren durfte: Ihre Eltern haben die beiden Kinder stets gut betreut.

Insgesamt hat Ute Wagner einen sehr guten Krankheitsverlauf. Nach etwa fünf Jahren der MS-Erkrankung kam sie zur MS-Gruppe im Vogelsberg, wo sie damals die jüngste Teilnehmerin war. Sie hat sich dort sofort wohl gefühlt und lernte viele „nette Menschen“ kennen. Als die damalige Gruppenleitungen 2001 ihre Funktion krankheitsbedingt abgeben musste, war Ute Wagner sehr erfreut, dass man ihr diese Aufgabe zutraute, die mit sehr viel Engagement übernahm. Unter anderem verlegte sie die Nachmittagstreffen auf 17 Uhr verlegt, damit auch berufstätige MS-Kranke teilnehmen konnten.

Zudem organisierte sie in Schlitz und in Angersbach zwei erfolgreiche Sponsorenläufe „Run for Help“.

Die MS-Gruppe ist mittlerweile im ganzen Vogelsberg sehr bekannt. So pflegt Ute Wagner, die seit Herbst 2016 auch engagierte Großmutter ist, beispielsweise gute Kontakte zu allen Bürgermeistern im großen, ländlichen Einzugsbereich der MS-Gruppe. Ihr Engagement in der Gruppe und die vielen Gespräche, die sie freundlich zugewandt und einfühlsam mit anderen MS-Kranken führt, lassen sie das Fazit ziehen: „Die MS hat mir sehr viel Gutes in meinem Leben gebracht. Durch meine Tätigkeit in der MS-Gruppe konnte ich mehr Selbstvertrauen gewinnen und viele nette Menschen kennenlernen!“