130 Erlenbachschüler ließen sich nicht vom Regen entmutigen und rannten am Gederner See eine Etappe nach der anderen, um möglichst viel Spendengeld für MS-Betroffene in Hessen und in der Region zusammenzubekommen. Zugunsten MS-Kranker hatte die Grundschule aus Gedern zum zweiten Mal nach 2015 einen Sponsorenlauf „Run for Help“ ausgerichtet. Den Startschuss gab Bürgermeister Guido Kempel, der erneut die Schirmherrschaft übernommen hatte. Der Erlös kommt zu jeweils einem Drittel der DMSG Hessen, der MS-Selbsthilfegruppe Gelnhausen und dem Förderverein der Grundschule zugute.

„Heute kommt dem Wort ‚Schirmherr‘ eine ganz andere Bedeutung als sonst zu“, meinte amüsiert Gederns Bürgermeister Guido Kempel mit Blick auf den wolkenverhangenen Himmel, bevor er in seiner Funktion als Schirmherr für den zweiten „Run for Help“ der Erlenbachschule das Startsignal gab. Den 130 Erst- bis Viertklässlern gab Kempel vor allem „viel Ausdauer“ mit auf den Weg: „Um möglichst viele Laufrunden zu schaffen. Denn das Ganze ist ja für den guten Zweck.“

Tatsächlich spurteten die Jungs und Mädchen mit viel Feuereifer los. Start und Ziel war der Kiosk am Gederner See. Eine „Runde“ war gut zwei Kilometer lang. Für jede absolvierte Runde erhielten die Grundschüler drei Stempel. Jeder einzelne Stempel bedeutete einen bestimmten Geldbetrag: Denn die Kinder hatten sich im Vorfeld des Laufs in ihren Familien, im Bekanntenkreis oder in der Nachbarschaft Sponsoren gesucht, die sich bereit erklärt haben, ihnen für pro Runde einen festen Geldbetrag zu spenden.

So wie Celina, Leon und Luisa aus der 3 b. „Das ist eine tolle Sache“, sagte Celina, die an dem Tag ihren neunten Geburtstag feierte. „Wir haben auch viel über MS erfahren“, ergänzte ihr Klassenkamerad Leon. „Und es ist gut, dass wir damit kranken Menschen helfen können“, meinte Celinas beste Freundin Luisa.

Diese Aspekte sind es, die Schulleiterin Doris Weber von dem Projekt „Run for Help“ der DMSG Hessen überzeugen: „Die Kinder kommen so in Kontakt mit Menschen mit Behinderung, haben vor ihnen keine Berührungsängste und entwickeln Mitgefühl. Das ist soziales Lernen.“ Sogleich kündigte Doris Weber einen dritten „Run for Help“ zugunsten der DMSG Hessen für 2019 an.

So geht es beim „Run for Help“ nicht nur um die sportliche Leistung. Die Grundschüler haben im Vorfeld einiges über die neurologische Erkrankung Multiple Sklerose erfahren: Von Seiten der MS-Selbsthilfegruppe Gelnhausen hatten Anette Freund sowie Sylvia Buxmann, die bei der DMSG Hessen die „Run for Help“ koordiniert, vorab die Erlenbachschule besucht. Aus der Perspektive von MS-Betroffenen erzählten sie anschaulich den Erst- bis Viertklässlern, was Multiple Sklerose mit dem Körper anstellt, wie es ist, damit zu leben, und mit welchen Einschränkungen sich ein Betroffener arrangieren muss.

Derweil rannten die Kinder mit Begeisterung am Gederner See entlang und ließen sich an den beiden Stempelstationen  ihre jeweiligen Etappen in der Laufkarte abstempeln. Von der MS-Gruppe Gelnhausen waren einige Aktive vor Ort: Anette Freund, Christina Rieth, Erika Grob und Robert Kaiser. Vom DMSG-Landesverband in Frankfurt waren Caroline Bleschke und Karin Herring zum Lauf nach Gedern gekommen. Allesamt feuerten sie zusammen mit den Eltern die Kinder an, stempelten in der Laufkarte jede Runde ab oder informierten am Infotisch über die Arbeit der MS-Selbsthilfeorganisation und ihre Angebote

Auch die engagierten Eltern und der Förderverein der Erlenbachschule sorgten für eine tolle Atmosphäre während des Laufs, warteten mit einer reichlich bestückten Kuchentheke, Getränken und heißen Würstchen auf.  So kommt der Erlös zu jeweils einem Drittel der DMSG Hessen, der MS-Gruppe Gelnhausen und dem Förderverein der Erlenbachschule zugute. Sonja Thelen