Unter dem Motto „Freiheit, Teilhabe, Toleranz“ stand die am Wochenende zu Ende gegangene zehnte Tour der Darmstädter Selbsthilfegruppe „Radfahrlust“ in und um Berlin, für die Bundespräsident a.D. Christian Wulff die Schirmherrschaft übernommen hatte. Auch auf der Jubiläumstour machten die zirka 60 Teilnehmer aus Hessen und dem ganzen Bundesgebiet deutlich: „Radfahren trotz Handicap – Unterwegs mit MS“. Für ihre Verdienste wurde die Gruppe und vor allem Radfahrlust-Gründer und -Initiator Klaus Vock von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung während der Tour der Preis für Engagement und Selbsthilfe 2017 verliehen. An einem stark symbolträchtigen Ort: nämlich am Brandenburger Tour, das die Radfahrer auf ihren Spezialrädern sogar zu diesem Anlass passieren durften. 

Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung hat den diesjährigen „Preis für Engagement und Selbsthilfe“ an die Darmstädter MS-Selbsthilfegruppe Radfahrlust verliehen. Dr. Eva Koch, die bei der Stiftung das Programm „Multiple Sklerose“ leitet, überreichte der Gruppe und Gruppengründer Klaus Vock anlässlich einer Radtour durch Berlin die Auszeichnung. Sie unterstrich den ermutigenden und beispielgebenden Einsatz der Darmstädter Radfahrlust für MS-Betroffene.

Seit zehn Jahren organisiert Klaus Vock, selbst Multiple Sklerose Betroffener, jährlich Radtouren für MS-Erkrankte. Die Gruppenmitglieder erhalten dafür spezielle Liegedreiräder und radeln gemeinsam mehrere Tage durch Deutschland oder Nachbarländer. Die MS-Betroffenen sollen über das gemeinsame Radfahren wieder Spaß an Bewegung finden und ihren Aktionsradius erweitern, was vielen auch über die Tour hinaus zu mehr Selbstbestimmung im Lebensalltag verhilft. Ein vorbildlicher Einsatz für andere, den die Hertie-Stiftung mit ihrem Engagementpreis und 7.500 Euro auszeichnet.

Das Preisgeld will Leiter Klaus Vock für die nächsten Radfahrlust-Veranstaltungen verwenden. „Es gibt noch viele schöne Gegenden in unserem Land zu erkunden“, so Vock. Die diesjährige Tour fand unter dem Motto „Freiheit, Teilhabe, Toleranz“ in und um Berlin statt. Anlässlich der Preisverleihung fuhr die rund 60-köpfige Gruppe in einer öffentlichkeitswirksamen Aktion um die Siegessäule sowie durch das Brandenburger Tor und nahm am Pariser Platz die Auszeichnung der Stiftung aus den Händen von Dr. Eva Koch entgegen – im Beisein von Karin May, Geschäftsführerin DMSG Berlin, und Vertretern der Ständigen Vertretung des Bundeslandes Hessen in Berlin.

Die Hertie-Stiftung engagiert sich für die Erforschung und das bessere Verständnis von Hirnerkrankungen wie beispielsweise Multiple Sklerose, Parkinson und Alzheimer. Dazu gehören auch Projekte, die die Lebensbedingungen von Betroffenen verbessern. Quelle: Pressemitteilung GHST