Sie pflegen Angehörige, betreuen MS-Erkrankte und deren Familien, gründen Kontaktgruppen und unterstützen die Aufklärung über die noch unheilbare Krankheit: Diese herausragenden Leistungen Ehrenamtlicher hat der Bundesverband der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) bei einem Festakt in Berlin gewürdigt. Auch Elisabeth Huhn aus Hanau, die sich seit 35 Jahren für MS-Kranke engagiert, wurde ausgezeichnet und erhielt aus den Händen von Schirmherrn Christian Wulff, Bundespräsident a. D., die Goldene Ehrennadel.

Aus den Händen des Schirmherrn des DMSG-Bundesverbandes, Christian Wulff, Bundespräsident a. D., erhielt Elisabeth Huhn aus Hanau die Auszeichnung, mit der ihr 35-jähriges Engagement für MS-Kranke gewürdigt wurde. Bild: DMSG Bundesverband.

Noch bevor sich überhaupt der Landesverband Hessen in der DMSG gegründet hatte, hörte Elisabeth Huhn einen Aufruf im Radio, wonach ehrenamtliche Helfer zur Unterstützung von MS-Kranken gesucht wurden. Das war 1979. Elisabeth Huhn war zwar selbst nicht an MS erkrankt, aber hatte persönliche Erfahrungen mit einer schweren Erkrankung und war auf der Suche nach einem neuen Aufgabengebiet. Da kam der Aufruf aus dem Hörfunk genau zum richtigen Zeitpunkt. Die Hanauerin meldete sich und begann gemeinsam mit einer hauptamtlichen Sozialarbeiterin des 1980 gegründeten Landesverbandes die MS-Gruppe im Main-Kinzig-Kreis aufzubauen. Diese nannte sich dann später MS-Gruppe „Die MainSchwäne – Hanau und Umgebung“. Bis heute leitet Elisabeth Huhn die MS-Gruppe, die in diesem Jahr ihr 35-jähriges Bestehen feiern konnte – mit einer mehrteiligen Vortragsreihe zum Thema Multiple Sklerose.

Freuten sich über die Auszeichnung (v.l.): Georg Pellinnis (Landesbeirat MS-Erkrankter), Elisabeth Huhn, Bernd Crusius (Geschäftsführer DMSG Hessen) und Christian Wulff. Bild: DMSG Bundesverband.

Als sehr einfühlsame, hilfreiche Gesprächspartnerin für alle Gruppenmitglieder hat Elisabeth Huhn sich zur Beraterin im Rahmen des DMSG-Projekts „Betroffene beraten Betroffene“ schulen lassen – obwohl sie selbst nicht an MS erkrankt ist.  Dennoch konnte sie von dieser Ausbildung profitieren, um sich Grundlagen der „Gesprächsführung“ anzueignen. Durch ihre organisatorischen Fähigkeiten ist es ihr in den 35 Jahren gelungen, die „MainSchwäne“ zusammenzuhalten und in der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Ihrem persönlichen Einsatz ist es beispielsweise zu verdanken, dass es einen „direkten“ Draht zum Oberbürgermeister in Hanau gibt.  Auch hält Elisabeth Huhn zu vielen weiteren Unterstützern der Gruppe einen verbindlichen, zuverlässigen und herzlichen Kontakt. Neben diesem Engagement in der Gruppe und den vielen, verständnisvollen Gesprächen mit Gruppenmitgliedern und Angehörigen ist sie auch in weiteren Gremien der DMSG Hessen aktiv: als Delegierte und als Mitglied im erweiterten Vorstand. Wie sehr ihr die MS-Gruppe am Herzen liegt, zeigt sich unter anderem daran, dass sie ihre Tochter gewinnen konnte, sich aktiv in die Arbeit der MS-Gruppe einzubringen.

Die Preisträger der Ehrennadel in Gold: Auch Elisabeth Huhn (li.) wurde beim Festakt in Berlin ausgezeichnet. Bild: DMSG Bundesverband 

Dieser uneigennützige, ehrenamtliche Einsatz von Elisabeth Huhn seit 35 Jahren für MS-Kranke hat auch den Bundesverband der DMSG nachhaltig beeindruckt. Beim Festakt jetzt in Berlin wurde die Hanauerin für ihren Einsatz gewürdigt. Während diese Helfer sonst häufig unbemerkt agieren, standen sie an diesem besonderen Tag im Rampenlicht: Der Bundesverband ehrte die engagierten Ehrenamtlichen, die MS-Erkrankte im Alltag begleiten und ihnen auf viele Arten mehr Lebensqualität ermöglichen. Die festliche Verleihung der Preise oblag dem Schirmherren des DMSG-Bundesverbandes Christian Wulff, Bundespräsident a.D., der als Sohn einer MS-Erkrankten die Hindernisse im Leben mit der Krankheit und die Bedeutung fachkundiger Hilfe durch die DMSG aus eigener Erfahrung kennt. Aus den Händen von Christian Wulff erhielt auch Elisabeth Huhn für ihre Verdienste die Goldene Ehrennadel des Bundesverbandes der DMSG. Sonja Thelen